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Dokumentationsstelle Gefangenenliteratur
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- Name
- Dokumentationsstelle Gefangenenliteratur
- Gründungsjahr
- 1986
- Ort
- Münster
- Sitz
- Münster
- Regionen
- Westfalen komplett, Münsterland
- Arbeitsbereiche
- Archiv, Preise/Stipendien, Beratung, Publikationen
Kontaktadresse
Institut für Deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik, Leonardo-Campus 11
48149 Münster
- Telefon
- 0251-8339316
- Telefax
- 0251-8338369 bzw. 0251-8331755
Email
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Öffnungszeiten
Öffnungszeiten der Präsenzbibliothek:
Montag 9.00 Uhr - 12.00 Uhr
Mittwoch 13.00 Uhr - 16.00 Uhr
Personal
Beteiligte Wissenschaftler:
Prof. Dr. Helmut H. Koch (Leiter), Nicola Keßler M.A., Silke Thünemann
Profil der Einrichtung
Die Dokumentationsstelle Gefangenenliteratur existiert seit 1986 unter der Leitung von Prof. Dr. H.H. Koch. Sie widmet sich der Archivierung, Auswertung und Veröffentlichung authentischer/literarischer Texte von Gefangenen: Anlage eines Zeitungs- und Literaturarchivs (einmalig in Deutschland); wissenschaftliche Auswertung und Publikation (interdisziplinäre Arbeitsweise); Ausstellungen (z. B. im Rathaus Leverkusen, im Landtag Düsseldorf, in Recklinghausen, in Murnau etc.); Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis für Gefangene; Fortbildung für Gefangenenredaktionen; Materialien für den schulischen und außerschulischen Unterricht; Hochschulseminare, Haus- und Examensarbeiten. Im Rahmen der Arbeitsstelle Randgruppenkultur/-literatur ist die Arbeitsweise u. a. auch gerichtet auf Forschungstransfer durch Schaffen von Öffentlichkeit für Randgruppenkulturen.
^Bedingungen Preisvergabe/Stipendien
Der Trägerkreis des Ingeborg-Drewitz-Literaturpreises besteht aus der Dokumentationsstelle für Gefangenenliteratur der Universität Münster, der Gefangeneninitiative e.V. Dortmund, dem Strafvollzugsarchiv der Universität Bremen, der Bundeskonferenz katholischer Gefängnisseelsorger Tönisvorst, der Humanistischen Union (Landesverband NRW, Essen) sowie der Chance e.V. Münster.
Die Jury setzt sich zu gleichen Teilen aus ehemaligen Gefangenen und Personen zusammen, die sich im Bereich der Literatur und/oder Publizistik mit dem Thema Strafvollzug beschäftigen (Karin Amann, Autorin, ehemalige Gefangene; Hubertus Becker, Autor, Gefangener; Margit Czenki, Regisseurin, ehemalige Gefangene; Prof. Dr. Helmut H. Koch, Literaturwissenschaftler; Holmar Attila Mück, Journalist; Prof. Dr. Heinz Müller-Dietz, Kriminologe; Till Sailer, Autor, Vorstand des Verbands deutscher Schriftsteller). Kriterium für die Auszeichnung ist zum einen die literarische Qualität. Zum anderen beeindrucken viele Texte - jenseits einschlägiger Ästhetik - in all ihrer Einfachheit durch die Authentizität von Erfahrungen. Sie haben zum Teil einen hohen dokumentarischen Enthüllungswert
Unter Gefangenenliteratur sind Texte zu verstehen, die in der Haft oder in Erinnerung daran geschrieben worden sind. Dabei ist der Begriff der Gefangenenliteratur möglichst weit zu fassen. Er umspannt neben literarischen Texten im engeren Sinne (Romane, Gedichte, Hörspiele, Theaterstücke, Essays usw.) auch journalistische Äußerungen in den verschiedenen Medien (Interviews, Dokumentationen, Radiofeatures usw.). Es können deutschsprachige Texte oder Textsammlungen ausgezeichnet werden, die von einzelnen oder Gruppen verfasst worden sind. In der Regel werden bislang unveröffentlichte Texte ausgezeichnet.
Teilnehmen können alle inhaftierten Frauen und Männer (Einzelpersonen od. Schreibgruppen) sowie ehemalige Inhaftierte aus deutschsprachigen Ländern. Ausschreibung ca. alle 2-3 Jahre. Hinweise auf der Homepage der Dokumentationsstelle.
Archiv
eine annähernd vollständige Sammlung von deutschen Gefangenenzeitungen
literarische Veröffentlichungen von Inhaftierten
wissenschaftliche Literatur zu einzelnen Aspekten
Verleihung des Ingeborg-Drewitz-Preises für Gefangenenliteratur
Beratung
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsstelle beraten schreibende AutorInnen (vornehmlich Gefangene und Psychiatrie-Erfahrene), veröffentlichen Publikationen von authentischen Texten und vermitteln bzw. organisieren und veranstalten Lesungen.
Beratung von Redaktionen von Gefangenen-Zeitungen
Beratung von schreibenden Gefangenen
didaktische/pädagogische Anwendungsmöglichkeiten
Publikationen
Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis für Gefangene (Hg.): Wenn Wände erzählen könnten. agenda: Münster 1999.
Keßler, N.: Schreiben um zu überleben. Studien zur Gefangenliteratur. Diss. Münster 2000 (Forum: Bonn 2001).
Vomberg, A.: Hinter Schloß und Riegel. Gefangenenzeitungen NRW und Brandenburg im Vergleich. Diss. Münster 1999 (Fromm: Bonn 2000).
Koch, H.H., A. Vomberg: Gefangenenzeitungen - Was dem Zensorstift zum Opfer fällt. In: Müller-Heidelberg, T., U. Finckh, W.-D. Narr, M. Pelzer (Hg.): Grundrechte-Report. Rowohlt: Reinbek b. Hamburg 1997.
Koch, H.H.: Literarische Nachrichten aus einer anderen Welt. Texte von Gefangenen. In: Werkstattbuch Deutsch: Texte für das Studium des Faches, hrsg. von Becker-Mrotzek, M., J. Hein, H. H. Koch, Bd. 1. Lit-Verlag: Münster 1997.
Keßler, N., U. Klein, H.H. Koch, E. Theine: Menschen im Gefängnis. Literarische Selbstzeugnisse, authentische Texte und Materialien für den schulischen und außerschulischen Unterricht. Forum Verlag Godesberg: Bonn 1996.
Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis für Gefangene (Hg.): Gestohlener Himmel. Widerstehen im Knast. Thom: Leipzig 1995.
Koch, H.H., N. Keßler: Widerstehen, um sich das Leben nicht ganz aus der Hand nehmen zu lassen. Schreiben im Knast. In: Unrast, Anares Nord (Hg.): Freiheit gestreift, Unrast-Verlag: Münster 1995.
Anfahrt
^- Aktualisiert am
- 05.09.2011
