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Reiner M. Sowa

Bürgerl. Name
Reiner M. Sowa
Jahrgang
1959
Wohnort
Bergisch-Gladbach
Orte
Bergisches Land, Köln, Frankreich
Regionen
Rheinland komplett, Bergisches Land, Rheinschiene
Genres
Thriller/Kriminalroman, Sachbuch

Email
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Web
www.sowa.de

Vita

Geboren am 17. Januar 1959. Lebt als freier Autor mit Frau und zwei Kindern im Bergischen Land. Nach Studium der Verwaltungswissenschaften sowie parallelem Jura-Grundstudium an der Universität Köln arbeitete der Diplom-Verwaltungswirt (1985) und spätere Kriminalhauptkommissar zunächst als Drogenfahnder und Todesermittler, später als Dozent für Kriminalistik und Strafrecht an polizeilichen Bildungsinstituten. 1990 bildete er Lehrpersonal für das Polizei-Ausbildungsinstitut im Bundesland Brandenburg aus und fort. 1995 reformierte er als Mitglied einer Arbeitsgruppe die polizeiliche Ausbildung in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der Vereinten Nationen errichtete er in Sarajewo eine Polizeiakademie. Das „United States Department of Justice” bildete ihn zum “Human Dignity Instructor” fort. Seit 1985 wirkt Reiner M. Sowa als Autor kriminalistischer Literatur. Er veröffentlichte zunächst Artikel in kriminalistischen Fachzeitschriften, später erschienen mehrere Fachbücher im Eigenverlag. Seine besonderen Kenntnisse setzte er auch in Referententätigkeiten beim Bundesgrenzschutz sowie in der Ausbildung von Sicherheitsfachkräften der freien Wirtschaft ein. „Tagsüber beschäftigt er sich mit Mord und Totschlag und abends nach Dienstschluss hat er scheinbar noch nicht genug davon“, beschrieb der WDR am 21.11.2000 in einem Fernsehbericht seine belletristische Ader. Tatsächlich verwendet der Autor Milieukenntnisse für seine Romanfiguren. Er ist Schöpfer des Protagonisten Ulrich Schwartz, eines Bestatters mit detektivischer Leidenschaft. Seine Romane begründeten ein neues Krimi-Genre, den Bestatter-Krimi.

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Krimi

L'ombre de la Napola. Editions Alvik: Paris 2004.
Ein Bestatter in dunkler Vergangenheit. Heider: Bergisch Gladbach 2002.
Ein Bestatter fährt zur Hölle. Heider: Bergisch Gladbach 2000.
Ein Bestatter gräbt nach. Zus. mit Mathias Reichert. Heider: Bergisch Gladbach 1999.

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Anthologie

Nie wieder Norddeich. In: Fiese Friesen. Leda: Leer 2005.
Dortmunder Deal. In: Mehr Morde am Hellweg. Grafit: Dortmund 2004.
Leichenasche. In: Mord unter Kopfweiden. Leporello: Krefeld 2004.
Wahnsinn in Goch. In: Mord am Niederrhein. Grafit: Dortmund 2004.

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Sonstige Veröffentlichungen

Auf seiner Website www.sowa.de bietet der Autor Krimi-Lesern und Autoren im Krimi-IQ Hintergrundwissen zu Kriminalromanen und Kriminalistik.

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Selbstauskunft

Zum dritten Mal präsentiert der Bergisch Gladbacher Heider Verlag einen höchst brisanten Kriminalroman aus der Feder von Reiner M. Sowa. Das Bergische Sonntagsblatt interviewte den Autor, der als Erfinder der Bestatter-Romane gilt.

BSB: Das Konzept des Bestatter-Krimis ist aufgegangen, Herr Sowa. Ihre Bücher sind in aller Munde. Der neue Titel “Ein Bestatter in dunkler Vergangenheit“ suggeriert einen historischen Roman.

Sowa: Auf den ersten Blick scheint es so. Allerdings beginnt das neue Buch höchst aktuell: Am Rande des Spring- und Dressurturniers, wie es alljährlich vom Reitverein Hebborner Hof e. V. veranstaltet wird, findet der Landrat höchstpersönlich ein totes Kind. Zur gleichen Zeit erhält der Bestatter Ulrich Schwartz eine E-Mail, die ihn zu einem Grab führt, das die bedrückende Geschichte des Bensberger Schlosses lebendig werden lässt, als es noch Nationalpolitische Erziehungsanstalt und KZ-Außenlager war.

BSB: Das heißt, Sie bearbeiten in Ihrem neuen Thriller Gegenwart und Historie.

Sowa: Ja, beides hat in etwa den gleichen Anteil. Sie müssen sich das Buch konzeptionell wie einen Zopf vorstellen. Während die Kommissare Barbara Reuter und Gerd Kascheck versuchen, den grauenhaften Kindesmord aufzuklären, gerät der Bestatter mit seinen Recherchen um das Grab in die dunkle Vergangenheit des Bensberger Schlosses. Es ergeben sich schreckliche Parallelen, die die Polizei zunächst ignoriert, die aber den Bestatter anspornen nachzugraben, zumal die Eltern des verstorbenen Kindes ihn mit der Beerdigung beauftragt haben. Der Bestatter und die Kommissare geraten in den Strudel weiterer Morde und stoßen auf eine verschüttete Spur aus vergangener Zeit.

BSB: Beide Zopfstränge klingen sehr brisant. Sie haben viele Jahre als Kriminalhauptkommissar gearbeitet. Wie realitätsnah ist die Handlung?

Sowa: Wenn Sie fünfundzwanzig Jahre Kommissar waren, können Sie Ihr Wissen um Personen und Ereignisse nicht abschütteln, das fließt ein, entweder bewusst oder unbewusst.

BSB: Der Bestatter Ulrich Schwartz ist auch in diesem Roman wieder eine zentrale Figur. Wie kamen Sie auf die Idee, einen Bestatter zum Romanhelden zu machen?

Sowa: Der Bestatter ist die letzte irdische Instanz in unserem Leben. Wenn der Polizei bei der Leichenschau Fehler unterlaufen sind oder wenn sogar der Gerichtsmediziner etwas übersehen hat, kann der Bestatter, der den Leichnam einsargt, immer noch Spuren feststellen, die durchaus zur Aufklärung des Falles führen können. Das habe ich als Ermittler persönlich erlebt und aus diesem Erlebnis heraus den Bestatter-Krimi entwickelt.

BSB: Der Schauplatz Ihrer Romane ist das Bergische Land. Wo genau werden die Romanhelden in dem neuen Band aktiv?

Sowa: „Ein Bestatter in dunkler Vergangenheit“ führt uns natürlich zum Bensberger Schloss, aber auch in die Bergisch Gladbacher City und nach Hebborn. Zudem spielen die Städte Wermelskirchen, Lindlar und Lohmar eine wesentliche Rolle.

BSB: Trotz des Lokalkolorits werden Ihre Bücher auch außerhalb des Bergischen Landes gelesen. Die ARD-Nachrichten haben über Sie und Ihre Romane berichtet, häufig werden Sie zu Lesungen von Ostfriesland bis München eingeladen. Wie erklären Sie sich das überregionale Interesse?

Sowa: Diese Frage könnten sicherlich die Leser aus Nord- oder Süddeutschland besser beantworten. Es scheint, als ob die Mischung aus einem eloquenten Bestatter und einem hartnäckigen, unkonventionellen Kommissar im wunderschönen Ambiente des Bergischen Landes die richtige Würze für einen kurzweiligen Lesegenuss bietet.

BSB: Zudem hat jedes Ihrer Bücher ein anderes Strickmuster mit hohem Informationsgehalt. Herr Sowa, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Interview, erschienen im Bergischen Sonntagsblatt (BSB), 9.11.2002

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Quellenangaben
Autorenauskunft, Eigenrecherche
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Aktualisiert am
30.11.2005

 

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