Aktoprak, Levent

Levent Aktoprak

Bürgerl. Name
Levent Aktoprak
Jahrgang
1959
Geburtsort
Ankara (Türkei)
Wohnort
Kamen
Orte
Kamen
Regionen
Westfalen komplett, Hellweg
Genres
Lyrik, Funk, Bühne
Kontaktadresse
Kantstr. 4, 59174 Kamen, Deutschland
Telefon
 
geschäftlich
02307-13995
Telefax
02307-13995
Email
Levent.Aktoprak@t-online.de
Vita

Geboren am 18.09.1959 in Ankara; kam 1964 in die BRD. Studium der Allgemeinen Literaturwissenschaft, Soziologie und Pädagogik. Veröffentlichung mehrerer Bücher, Features, Szenen und Hörspiele. 1980 Erster Preisträger des Literaturförderpreises der Stadt Bergkamen; 1991 Stipendium in Amsterdam. Levent Aktoprak arbeitet als Journalist für Rundfunk und Fernsehen verschiedener Sendeanstalten, insbesondere für den WDR.

Auszeichnungen

1980 Erster Preisträger des Literaturförderpreises der Stadt Bergkamen

Prosa

Eine türkische Familie erzählt. Reportage. Hg. Stadt Leverkusen. Leverkusen 1990.

Lyrik

Das Meer noch immer im Kopf. Dagyeli: Frankfurt/Main 1991.
Unterm Arm die Odyssee. Dagyeli: Frankfurt/Main 1987.
Ein Stern, der blühen kann. Dagyeli: Frankfurt/Main 1985.

Funk

Features in Auswahl (alle im WDR und DF):
Eine lyrische Reise durch unlyrische Zeiten oder Gedankenlandschaft an einem Nachmittag.
Bittere Heimat Deutschland oder der Weg zwischen den Kulturen.
Zwischen Bosporus und Ruhrgebiet. Türkische Kicker im Revier.
Der Basar, der Handel und der Islam.
Byzanz, Konstantinopel, Istanbul... Im Schatten der Metropole: Polonezköy, das Dorf der Polen.
Zwischen Belletristik und Engagement. Der Schriftsteller Yasar Kemal.
Haus der Glückseligkeit. Der osmanische Harem am Bosporus.
Die Vereine, der DFB und das Bosman-Urteil. Gib dem Fußballnachwuchs eine Chance.

Fernsehen

Nachbarn in Europa. Moderation 1988-1992.

Bühne

Rezitation-Musik-Moderation von Kleinkunstprogrammen:
Grenzen überwinden. Eine lyrisch-musikalische Reise durch die alte und moderne Türkei.
Sogar der Taxifahrer fragte nach... Von Galata nach Adampol. Reportagen und Musik aus Istanbul.

Anthologie

Fremde Heimat Hellweg. Wie Sarazenen, Tataren, Türken, Russen und andere hier heimisch wurden. Zus. mit Klaus Goehrke. In: Kreuz und quer den Hellweg. 5Literarische Ansichten einer Region. Hrsg. von Herbert Knorr im Auftrage der Stadt Unna und des Westfälischen Literaturbüros in Unna e.V. Klartext: Essen 1999, S. 193-207

Selbstauskunft

Biografische Selbstdarstellung:
Plötzlich bleibt man für einige Sekunden stehen, dreht sich um und blickt zurück ... Nichts Neues für die meisten türkischen Migranten und Migrantinnen der ersten Generation. Ich kannte diesen Blick auf die Jahre in der Fremde, den Blick, der schon fast zwangsläufig von Deutschland in die Türkei führte, eigentlich nur von meinen Eltern. Inzwischen ertappte ich mich nach 35 Jahren in Deutschland, daß ich urplötzlich stehen bleibe und zurückschaue. Sicherlich ist mein Blick ein anderer, aber dennoch:
Für einen Moment führen die Erinnerungen mich an verschiedene Orte, zu verschiedenen Menschen und plötzlich denke ich an meine Studienzeit, an die Seminare in Literatur, Soziologie und Pädagogik, an die Professoren und Kommilitonen und an unsere Wohngemeinschaft in Wuppertal. Eine Station weiter zurück. Wie könnte ich vergessen. Der Kampf um die Kurse und Punkte am Gymnasium in Bergkamen. Ich war der erste Türke, der dort an der Schule (im Herzen des Ruhrpotts) Abitur machte. Und wäre da nicht der Lehrer Heinrich Peuckmann gewesen, bei dem ich Deutsch, Literatur und Evangelische Religion hatte, vielleicht hätte ich es später nie geschafft, Geschichten und Gedichte zu schreiben und sie zu veröffentlichen, wie z.B. den Band „Unterm Arm die Odyssee“ oder „Das Meer noch immer im Kopf“.
Manchmal bedarf es z.B. nur einer Frage, daß mich die Erinnerungen einholen und immer weiter zurückführen in die Hauptstadt der Türkei, in meine Geburtsstadt Ankara, wo ich am 18.9.1959 geboren bin. Dort nahm alles seinen Anfang. Mit fünf Jahren verließ ich gemeinsam mit meinen Eltern meine Geburtsstadt... Der Lockruf zog auch meine Eltern an und so kamen wir nach Deutschland, oder sollte ich besser sagen, unter die Deutschen. Die Stadt Hamm in Westfalen blieb für viele Jahre meine erste Station in Deutschland und mit den Jahren wurde Westfalen zu meiner neuen Heimat, und aus dem Türken wurde ein türkischer Westfale, mit Wohnsitz in Kamen. Bis heute hat sich daran auch nichts geändert.
Und heute steht mein Sohn, den ich liebevoll „mein blonder Türke“ nenne, kurz vor seiner Einschulung. Irgendwie merkt man es ihm schon an, daß er sich richtig darauf freut, und natürlich steht auch bei ihm Fußball ganz oben an, auch er schwärmt (wie sein Vater) für Borussia Dortmund, aber manchmal will er auch mal, so wie seine türkische Oma, ein Galatasaray Istanbul-Fan sein. Mit seinen sechs Jahren interessiert er sich natürlich noch für viele andere Dinge, so z.B. für Musik. Obwohl er davon nicht viel versteht, dennoch läßt er es sich nicht nehmen, nach Petry, Grönemeyer, Westernhagen, Die Toten Hosen oder Hans Albers lauthals mitzusingen. Auf jeden Jall versteht er es, meine Frau und mich jeden Tag aufs neue zu überraschen. Türkische Folklore oder Pop-Musik läßt er sich ebenso wenig entgehen. Vor allem Tarkan steht bei ihm ganz oben an. Manchmal habe ich bei ihm das Gefühl, daß Kinderlieder für ihn zu langwielig sind. Viel anders war es eigentlich früher bei mir auch nicht. Auch ich bin in Deutschland groß geworden, mit deutschsprachigen Liedern und Schlagern, mit internationaler Pop- und Rockmusik, sowie mit türkischer Folklore und Kunstmusik. Kaum zu glauben, aber das erste Lied, das ich als Kind lauthals gesungen habe (auf dem Schulweg nach hause), war die deutsche Nationalhymne (das Lied der Deutschen). Meine Mutter kann sich noch sehr gut daran erinnern.
Und heute, wenn ich mich recht entsinne, war es eigentlich die Literatur, die mich viele Jahre später zum Hörfunk brachte. Ich lernte damals den WDR-Redakteur Jürgen Hoppe kennen und so kam es, daß ich meine ersten journalistischen Gehversuche in Dortmund beim WDR-Lokalfunk machte. Die Zeit war prägend, die Zeit war eine gute Schule ... Es folgten journalistisch interessante und abwechslungsreiche Jahre in unterschiedlichen Redaktionen sowohl als freier Autor und Moderator: „Merhaba“, „Vom Bosperus bis Gibraltar“, „Musikszene "West“, „Mosaik“, "Türkische Redaktion“, "Neugier genügt“, "Funkhaus Europa“ (Cosmo und Piazza), „Forum West“ und „Musikpassagen“ ... Gerne erinnere ich mich auch an die vier Jahre als Moderator der ZDF-Sendung „Nachbarn in Europa“.

Seit einigen Jahren beim Deutschlandfunk als Moderator der Sendung "Tag für Tag - Information für Religion und Gesellschaft" tätig.
(...da ich nicht mehr von Beruf Ausländer sein wollte...)

Quellenangaben
Autorenauskunft, Eigenrecherche
Aktualisiert am
07.09.2011