Venske, Regula

Regula Venske

Bürgerl. Name
Regula Venske
Jahrgang
1955
Geburtsort
Minden/Westfalen
Wohnort
Hamburg
Orte
Minden, Münster
Regionen
Westfalen komplett, Münsterland, Ostwestfalen
Genres
Prosa, Lyrik, Thriller/Kriminalroman, Kinder-/Jugendbuch
Kontaktadresse
c/o Keil & Keil Literatur-Agentur, Schulterblatt, 20357 Hamburg, Deutschland
Web
www.regulavenske.de
Vita

Geboren am 12. Juni 1955 in Minden/Westfalen, aufgewachsen in Münster, dort 1974 Abitur am Freiherr-von-Stein-Gymnasium. Studium in Heidelberg (vier Semester Jura) und Hamburg (Literaturwissenschaften). Nach dem 1. Staatsexamen (1981) Lehraufträge an der Universität Hamburg (Germanistik) und der FU Berlin (Amerikanistik), Lektorin an der University of London. 1988 Promotion zum Doktor phil., seitdem – mit kurzen Unterbrechungen und Ausflügen ins Angestelltenleben - freie Schriftstellerin in Hamburg. Regula Venske schreibt überwiegend für Erwachsene, gelegentlich auch für Kinder, und hat sich auch als Essayistin und Moderatorin einen Namen gemacht. Sie ist Mitglied im P.E.N., dem Syndikat und der Hamburger Autorenvereinigung.

Auszeichnungen

2010 Trio mortale Krimistipendium der Landeshauptstadt Wiesbaden
2003 Kinderbuchautorenresidenz "Struwwelpippi kommt zur Springprozession" des Luxemburger Kultusministeriums, des Centre national de littérature Mersch und der Stadt Echternach.
2002 Nominierung für den FrauenKrimiPreis der Stadt Wiesbaden (für: Herzschlag auf Maiglöckchensauce)
1997 Lessing-Stipendium, Hamburger Senat
1996 Hamburger Literaturförderpreis
1996 Deutscher Krimi-Preis (für: Rent a Russian)
1994 Drehbuchförderung des Hamburger Filmbüros
1987 Oldenburger Jugendbuchpreis (für: Ach Fanny!)

Prosa

Marthes Vision. Roman. Eichborn 2006.
Die alphabetische Autorin. Droschl: Graz 1997.
Pursuit of happiness oder die Verfolgung des Glücks. Europäische Verlagsanstalt: Hamburg 1993.

Lyrik

Nord-Süd-Gefälle. Gedichtzyklus. In: Der Ziegel 12. Hamburger Jahrbuch für Literatur, 2010.
Rück Mann Stück, Schieß!, Das erste Mal. In: Steffen Jacobs (Hg): Liederlich! Die lüsterne Lyrik der Deutschen. Eichborn: Frankfurt 2008.

Krimi

Rent A Russian. Axel Springer: Hamburg 2010.
Ein allzu leichter Tod. Suhrkamp: Berlin 2010.
Der Bajazzo. Suhrkamp: Berlin 2009.
Bankraub mit Möwenschiss. Leda Verlag: Leer 2009.
Juist Married oder Wohin mit der Schwiegermutter?. Leda Verlag: Leer 2007.
Mord im Lustspielhaus. Edition Nautilus: 2006.
Hotel Terminus. Ein Roman von zwölf Autoren. Aufbau: 2005.
Hamburger Kanzelsturz. Axel Springer: Hamburg 2004.
Rotwein mit Schuss. Schwarze Hefte des Hamburger Abendblattes. Hrsg. von Volker Albers. Springer: Hamburg 2003.
Herzschlag auf Maiglöckchensauce. Kurzgeschichten. Scherz: Bern 2002.
Fegefeuer am Grindel. Verlag Hamburger Abendblatt: Hamburg 2001.
Das Gipfeltreffen (Kettenroman, gemeinsam mit Doris Gercke, Ingrid Noll, Edith Kneifl, Frank Göhre, Gisbert Haefs, Karr&Wehner, Robert Hültner und Jürgen Alberts). Heyne: München 2000.
Mord am Gazellenkamp, Schwarze Hefte 19, Verlag Hamburger Abendblatt: Hamburg 1999.
Eine böse Überraschung (Kettenroman mit Gisbert Haefs, Frank Göhre, Janwillem van de Wetering, D. B. Blettenberg, Uta-Maria Heim, Jürgen Alberts, Helmut Ziegler, Peter Zeindler, Gunter Gerlach, Peter Schmidt, Robert Lynn, -ky, Tatjana Kruse, Robert Brack, Daniel Douglas Wissmann, Frank Goyke, Karr&Wehner, Thea Dorn, Georg M. Oswald, Ann Camones, Hartmut Mechtel, Virginia Doyle und Norbert Klugmann). Rororo: Reinbek 1998.
Double für eine Leiche. Heyne: München 1998.
Die Hexen von Övelgönne. Schwarze Hefte 2. Verlag Hamburger Abendblatt: Hamburg 1998.
Rent a Russian. Kellner Verlag: Bremen 1995 (Heyne: München 1996).
Kommt ein Mann die Treppe rauf. Kellner-Verlag: Bremen 1993 (Heyne: München 1995).
Schief gewickelt. Kellner Verlag: Bremen 1991 (Heyne: München 1993).

Kinder-/Jugendbuch

Als Papa den Mond abschoss. Tulipan: Berlin 2009.
Lale und der goldene Brief. Gerstenberg: Hildesheim 2003.
Ein Haus auf Reisen. Gerstenberg: Hildesheim 2000.
Der geklaute Heilige. Kinderkrimi. Kerle Verlag: Freiburg 1998.
Ach Fanny: Vom jüdischen Mädchen zur preussischen Schriftstellerin: Fanny Lewald. Biografie. Elefanten Press: Berlin 1988.

Funk

Zahlreiche Kulturberichte, Reisefeatures und Buchbesprechungen, sowie Moderationen von Lesungen, Kriminächten u. a.

Sachbuch

Das Verschwinden des Mannes in der weiblichen Schreibmaschine: Männerbilder in der Literatur von Frauen. Luchterhand-Literaturverlag: München 1991.
Mannsbilder – Männerbilder. Konstruktion und Kritik des Männlichen in zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur von Frauen. Olms: Hildesheim 1988.
Frauenliteratur ohne Tradition? 9 Autorinnenporträts (gem. mit Inge Stephan und Sigrid Weigel). Fischer: Frankfurt/M. 1987.

Anthologie

Zahlreiche Kurzgeschichten in Anthologien, Rezensionen in Zeitschriften etc.
Mörderisches Münsterland. Hrsg. v. Jürgen Kehrer und Sandra Lüpkes. KBV: Hillesheim 2010.
Trio Mortale. In: Wiesbadener Kriminalgeschichten Band 2. Hrsg. v. Susanne Lewalter. Brücken Verlag: Troisdorf 2010.
Die Toten von Cappenberg. In: Mord am Hellweg. Hrsg. von H. P. Karr, Jürgen Kehrer und Herbert Knorr. Grafit: Dortmund 2002.

Herausgeberschaften

Gepfefferte Weihnachten! Krimis + Rezepte. Leda: Leer 2010.
Der ganz normale Wahnsinn. Von der Liebe und dem Leben. C. Bertelsmann: 2004.
Du sollst nicht töten! 12 Verbrechen aus der Bibel. Scherz: Bern 2003.
Warum leben? 24 Originalbeiträge. Scherz Verlag: Bern 2001.
Warum heiraten? I. Klein-Verlag: München 1997.
Weiberjahnn. Eine Polemik zu Hans Henny Jahnn. Europäische Verlagsanstalt: Hamburg 1994.

Selbstauskunft

Antwort auf die Frage, warum ich in Hamburg lebe und Kriminalromane schreibe:
Als kleines Mädchen träumte ich davon, Seemann zu werden. Jahrelang lief ich bevorzugt in Gummistiefeln herum und grölte mich wenigstens in die Nähe meines Glücks: "Ahoi, Kameraden, ahoi, ein Seemann, der ist treu, ja treu! Und das Meer, das ist weit, und der Himmel ist frei..." Später kam noch, etwas raffinierter, hinzu: "In Hamburg an der Elbe, gleich hinter dem Ozean, ein Mädchen von Sankt Pauli, unser Mädchen von der Reeperbahn."
Nun stellte mich das Leben aber vor ein Problem: Ich kannte natürlich kein Mädchen von Sankt Pauli, "das bei jedem Kuß an uns nur gedacht" hätte, und wollte auch selbst keines sein. Und ich hatte auch nicht, wie Jan und Hein und Klaas und Pit, einen Bart, und fuhr also nicht mit! Und das wurde mir, als ich zwanzigjährig nach Hamburg kam, um im Seefahreraltenheim "Fallen Anker" (immerhin!) Nachtwachen zu halten, bald schmerzlich bewußt. Mein Freund aus Westfalen und ich fanden uns eines späten Abends in Neumühlen auf dem Anleger wieder, wo wir auf einem Lotsenschiff anheuern wollten – vergeblich, trotz aller Bettelei in zünftigem Platt. Aber dann wurden wir Zeugen, wie die Sache in Wirklichkeit lief: Plötzlich tauchten zwei elegante Paare in Abendgarderobe auf dem Anleger auf, die Damen tief dekolletiert. Diskret wechselten ein paar Scheine auf das Schiff, die Herrschaften kletterten hinterher, und wir blieben zurück.
Meinen Traum, zur See fahren zu wollen, gab ich irgendwann auf. Oder habe ich ihn, auf meine Weise, erfüllt? Schnaps trinken kann ich, bei gelegentlichen Landgängen, auch so, und Seemannsgarn spinnen erst recht. In meinen Büchern denke ich mir die Stadt – und das Leben – interessant. Ich spinne mir Hamburg verrückt, schillernd und schräg. Stunden-, nein tage-, ach was: wochen- und monatelang habe ich zu Fuß die Alster umrundet. "Die weibliche Form des Flaneurs ist ja die Mutter mit dem Kinderwagen", schrieb ich einmal: "Sie flaniert so durch den Tag." Derweil ich Kinderwagen um die Alster herumschiebe und der Wind so leichenbittersüß über das Wasser weht, bevölkere ich mein Leben mit den mir fehlenden, mich entzückenden Leuten. Sie verschicken Windelpakete anonym mit der Post oder stechen während des Weihnachtsgottesdienstes im Michel ein Messer in jemanden hinein. Mein Hamburg ist nicht das von ehrwürdigen Kaufleuten, Kindergärtnern oder Kultursenatoren. Dem Kredit ziehe ich die Stadtneurose allemal vor. Die gibt es gewiß in anderen Städten auch, aber nicht so angenehm lebbar wie hier.
Bei allen Mächten der Phantasie: Nicht um alles in der Welt kann ich mir noch vorstellen, wie es wäre, in Gütersloh oder Gießen zu wohnen – so weit vom Wasser entfernt!
Aus: Merian: Hamburg 1998.

Quellenangaben
Autorenauskunft, Eigenrecherche, Lexikon
Sonstige Quellen

H. P. Karr: Lexikon der deutschen Krimi-Autoren, Internet-Edition

Bildquelle
© Michael Zapf
Aktualisiert am
20.02.2013