Strobl, Ingrid

Ingrid Strobl

Bürgerl. Name
Ingrid Strobl
Jahrgang
1952
Geburtsort
Innsbruck
Wohnort
Köln
Orte
Köln, Innsbruck, London
Regionen
Rheinland komplett, Rheinschiene
Genres
Prosa, Lyrik, Thriller/Kriminalroman, Funk, Fernsehen, Bühne, Sachbuch
Email
istrobl@netcologne.de
Web
www.ingrid-strobl.de
Vita

1952 in Innsbruck geboren, studierte die Autorin Germanistik, Kunstgeschichte und Psychologie in Innsbruck und Wien und promovierte 1978 an der Universität Wien zum Doktor der Philosophie. Als Kind einer Arbeiterfamilie jobbte sie schon in den Schulferien und verdiente sich das Studium als (unter anderem) Kellnerin, Verkäuferin und Fremdenführerin. Im Alter von sechs Jahren schrieb sie ihre erste Kurzgeschichte, gefolgt von Gedichten und Theaterstücken. 1977 begann sie als Autorin für den ORF in Wien zu arbeiten, zog 1979 nach Köln, war sechs Jahre lang Redakteurin der Zeitschrift Emma, begann 1986 mit der Arbeit an ihrem ersten Sachbuch ("´Sag nie du gehst den letzten Weg`. Frauen im Widerstand gegen Faschismus und deutsche Besatzung"), wurde Ende 1987 unter dem Verdacht der "Unterstützung einer terroristischen Vereinigung" verhaftet, verbrachte daraufhin zweieinhalb Jahre in Untersuchungshaft, schrieb im Gefängnis ihr Buch "Sag nie du gehst den letzten Weg" zu Ende, verfasste mehrere Hörfunk-Features und übersetzte die Kriegs-Erinnerungen der jüdischen Widerstandskämpferin Chaika Grossman ins Deutsche. Nach der Haftentlassung arbeitete Ingrid Strobl weiter als Buchautorin, freie Autorin für Hörfunk und Fernsehen und Dokumentarfilmerin. Als Sachbuchautorin ist sie anerkannte Expertin für die Themenbereiche Jüdische Frauen im Widerstand und drogenabhängige Frauen. Sie schreibt auch Romane, hat 2008 ihren ersten Krimi vorgelegt, und ihr Theaterstück "Rückfall", ein Monolog für die Bühne, wurde vom Fischer Theaterverlag angenommen. Ingrid Strobl reist(e) quer durch die Welt und ist - in Leben wie Werk - in verschiedenen Welten zuhause. Sie engagierte sich politisch, war eine der Initiatorinnen der Neuen Frauenbewegung in Österreich und ist noch immer engagierte Feministin. Seit 2013 unterrichtet sie kreatives Schreiben an der JVA Ossendorf. Ingrid Strobl lebt mit ihrem Mann, dem Sozialpädagogen und Gestalttherapeuten Gert Levy in Köln.

Prosa

Ende der Nacht. Roman. Orlanda: Berlin 2005.

Krimi

Nippes Showdown. Emons: Köln 2013.
Endstation Nippes. Emons: Köln 2010.
Tödliches Karma. Emons: Köln 2008.

Film

Dokumentarfilme:

Die Geschichte der ökologischen Bewegung. Dokumentarfilm, 2x30 Minuten, Köln (WDR) 2004.
Die Geschichte der Neuen Frauenbewegung. Dokumentarfilm, 3 x 30 Minuten, Köln (WDR) 2002.
Einwanderungsland Deutschland. Dokumentarfilm, 3 x 30 Minuten, Köln (WDR) 2000.
Die anderen Heimkehrer. Die Rückkehr der Emigranten nach Deutschland. Dokumentarfilm, 3 x 30 Minuten, Köln (WDR) 1999.
Chasias Kinder. Vom Überleben jüdischer Kinder in Polen, Dokumentarfilm, 2 x 30 Minuten, Köln (WDR) 1997.
"Sag keinem, wer du bist". Die Rettung jüdischer Kinder in Belgien. Dokumentarfilm, 55 Minuten, Köln (WDR) 1995.
"Vorwärts. Und nicht vergessen . . ." Kurt Julius Goldstein. Ein Porträt. Feature, 60 Minuten, Köln (Eigenproduktion) 1994.
Voyage à Auschwitz. Dokumentarfilm, 30 Minuten, Köln (Eigenproduktion) 1994.
"Fremd oder was?" Jean-Claude Diallo, Afrikaner in Köln. Feature, 30 Minuten, Köln (Kanal 4) 1992.
"Mir zeynen do". Der Ghettoaufstand und die Partisan/inn/en von Bialystok, Dokumentarfilm, 90 Minuten, Köln (KAOS-Film) 1992; WDR 1994; hebräische Fassung: Moreshet - Mordechai Anielevich Study and Research Center, Givat Haviva 1994.

Sachbuch

Respekt - Anders miteinander umgehen. Pattloch: München 2010.
Es macht die Seele kaputt. Junkiefrauen auf dem Strich. Orlanda: Berlin 2006.
Ich hätte sie gerne noch vieles gefragt. Töchter und der Tod der Mutter. Krüger: Frankfurt am Main 2000; TB: Fischer: Frankfurt am Main 2004.
Ein Raum für mich. Wo Frauen zu sich selbst finden. Kösel: München 2003.
Die Angst kam erst danach. Jüdische Frauen im Widerstand in Europa 1938 -1945. Fischer TB: Frankfurt am Main 1998.
Im Kampf gegen Besatzung und "Endlösung" - Widerstand der Juden in Europa 1939 1945. Zus. mit G. Heuberger und A. Lustiger. S. Fischer: Frankfurt/Main 1995.
Anna und das Anderle. Eine Recherche (Roman). S. Fischer: Frankfurt/Main 1995.
Das Feld des Vergessens. Jüdischer Widerstand und deutsche "Vergangenheitsbewältigung". edition id-Archiv: Berlin/Amsterdam 1994.
Strange Fruit. Bevölkerungspolitik: Ideologien, Ziele, Methoden, Widerstand. edition id-Archiv: Berlin/Amsterdam 1991. (Spanische Ausgabe: Fruto Extrano. Sobre Politica Demogràfica y Control de Población, Montevideo 1992, Barcelona 1994.)
Frausein allein ist kein Programm. Kore: Freiburg 1989.
Sag nie du gehst den letzten Weg. Frauen im bewaffneten Widerstand gegen Faschismus und deutsche Besatzung. Fischer Taschenbuch: Frankfurt am Main 1989. (Amerikanische Ausgabe: Partisanas: Women in the Armed Resistance to Fascism and German Occupation (1936-1945), Oakland 2008; Spanische Ausgabe: Partisanas. La Mujer en la resistencia armada contro el fascismo y la occupación alemana 1936 - 1945, Barcelona 1996.)

Buchbeiträge:

Wir haben doch einiges erreicht ...Vorwort zu Irene Franken, Shirin Jazaeri, Renate Staudenmeyer: Was erreicht? Frauenbewegte Lebensgeschichten aus der Sicht unterschiedlicher Kulturen. o.V.: Köln 2001.
Terra incognita: Vorwort zu Neda Bozinovic: Neda. Ein Leben für Jugoslawien. Von der Partisanin zu den Frauen in Schwarz. o.V.: Berlin 2001.
Es ging um die Art zu sterben: Vorwort zur deutschen Ausgabe von Marek Edelmann: Das Ghetto kämpft. o.V.: Berlin 1993.
Übersetzung aus dem Amerikanischen und Vorwort zur deutschen Ausgabe von Chaika Grossman: Die Untergrundarmee. Der jüdische Widerstand in Bialystok. o.V.: Frankfurt/Main 1993.

Anthologie

"Sisterhood" oder wir kommen von weit, weit her. Ein optimistischer Erinnerungsbericht. In: Liebe, Macht und Abenteuer. Zur Geschichte der Neuen Frauenbewegung in Wien. Hg. von Käthe Kratz und Lisbeth N. Trallori. Promedia: Wien 2013.
Jüdische Frauen im Widerstand im deutsch-besetzten Europa. In: Zwischen Mutterkreuz und Gaskammer. Hg. Von Baumgartner. Bauz und Winkler. edition: Mauthausen: Wien 2008.
Fräulein, warum sprechen Sie so gut Deutsch?. Österreichische jüdische Exilantinnen in der Résistance. In: Zwischenwelten. Frauen im Exil. Hg. von Siglinde Bolbecher. Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft: Wien 2007.
Möge die Zukunft ihr Urteil abgeben. In: Tribüne. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums, Heft 172, 43. Jahrgang, Frankfurt 2004.
Erste Liebe. In: Brüste kriegen. Hrs. von Sarah Diehl. o.V.: Berlin 2004.
Der kretische Hund (Erzählung). In: Ingeborgs Fälle. o.V.: Frankfurt 2003.
Jüdische Frauen im Widerstand in Europa. In: Erler, Hans/Paucker Arnold/Ehrlich Ernst Ludwig (Hg.): Gegen alle Vergeblichkeit. Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus. o.V.: Frankfurt/New York 2003.
Family Origins and Political Motivations of Jewish Resistance Fighters in German-Occupied Europe. In: Baumel, Judith Tydor und Cohen Tova (Hg.): Gender, Place and Memory in the Modern Jewish Experience. Mitchell Vallentine & Company 2003.
Wir konnten die Kinder doch nicht im Stich lassen. – Die Rettung jüdischer Kinder und Jugendlicher in Frankreich durch jüdische Widerstandskämpferinnen. In: Barbara Distel (Hg.): Frauen im Holocaust. o.V.: Gerlingen 2001.
Der Inselbewohner. Erzählung. In: Eva Weissweiler und Ulla Lessmann (Hg.): Leselust: Köln 1999.
Annette. Erzählung. In: Eva Kreisky und Margit Niederhuber (Hg.): Johanna Dohnal. Eine andere Festschrift. o.V.: Wien 1998.
Fräulein sprechen gut deutsch. In: Tribüne. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums, Heft 141. Frankfurt 1997.
Jüdinnen im Widerstand. In: Leonie Wagner/Silke Mehrwald u.a. (Hg.): Aus dem Leben jüdischer Frauen. 'Welche Welt ist meine Welt?`. o.V.: Kassel 1994.
The Story of Roza Robota. In: Fifty Years ago. Darkness before Dawn. Hg.: United States Holocaust Memorial Museum. Washington 1994.
Frauen im bewaffneten Widerstand gegen den Nationalsozialismus. In: Grubitzisch/Kublitz/Mey/Singendonk-Heublein (Hg.): Frauen – Literatur –Revolution. o.V.: Pfaffenweiler 1992.
Eine unschätzbare Mitgift. In: Susanne Feigl und Elisabeth Pablé (Hg.): Väter unser. Reflexionen von Töchtern und Söhnen. o.V.: Wien 1988.
Girls just wanna have fun. In: Ingrid Kurz-Scherf und Gisela Breil (Hg.): Wem gehört die Zeit. Ein Lesebuch zum 6-Stunden-Tag. o.V.: Hamburg 1987.
Eisblumen. In: Friederike Hassauer und Peter Roos (Hg.): Die Frauen mit Flügeln, die Männer mit Blei. Notizen zu weiblicher Ästhetik, Alltag, und männlichem Befinden. o.V.: Siegen 1986.
Porno-Graphik für Frauen? Über Félicien Rops. In: die horen, Ausgabe 142. Hannover 1986.
Literatur von Frauen. Eine Moderne ohne Tradition?. In: Loccumer Protokolle: Kunst und Kultur von Frauen, Heft 1 1985.
Im Schatten des Islam. In: Solveig Ockenfuß (Hg.): Frauen unterwegs. Welterfahrung – Selbsterfahrung. o.V.: Reinbek bei Hamburg 1983.
Grundbedingungen weiblicher Produktion. Schreib-Arbeit. In: die horen, Ausgabe 131. Hannover 1983.
Die Geburt der neuen Frau aus dem Geist des Widerstands. In: Katalog zur Ausstellung "Typisch Frau" im Bonner Kunstverein. Bonn 1981.
Das Frauenbild der Frühromantik. In: Orientierung. Berichte und Analysen aus der Arbeit der Evangelischen Akademie Nordelbien. o.V.: Hamburg 1980.

Quellenangaben
Autorenauskunft
Bildquelle
Mani Pattloch
Aktualisiert am
18.07.2013