NRW Literatur im Netz

Ruth Brühl - Arbeitsproben

BRANDUNG

In lichtgrüner Stille
spult sich das Leben ab,
das Ende noch offen.

Am salzigen Wasser
vertrinkt sich der Mund
das Auge ruht
nahe dem Sand.

Der Brandung entrissen,
trägt taumelnd
der nasskalte Gang
das volle Gewicht.

Vor holzrauer Wand
bricht stöhnend
das Elend
in Tränen aus.

Niemand legt
um die Schulter
den schützenden Arm.

NOT

Du fragst
warum,

Du fragst
warum ich,

Du sagst
ich wollte doch,

Du sagst
ich hätte noch.

Mir versagen
die Worte,

wenn ich Dich
umarme.

VERGEHEN

Die Rosen,
die gestrigen,

aufgehängt,
kopfunter.

Eine jede
von ihnen

dörrt an
ihrer Geschichte.

TRENNUNG

Noch einmal
nehme ich Dich auf
in meinem Atem,

noch einmal
halte ich Dich fest,
bis Du Dich löst.

Der Schnitt,
er sollt rasch
und sicher sein.

Wir könnten
verbluten.

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