NRW Literatur im Netz

Beate Baum - Arbeitsproben

Aus: DRESDNER GESCHÄFTE

Nach einem raschen Blick in alle Richtungen durchquerte ich den Garten und schloss die Haustür auf. In dem Moment, in dem ich eintreten wollte, hörte ich eine Bewegung hinter mir. Ich setzte an, mich umzudrehen, da spürte ich aber auch schon eine Hand auf meiner linken Schulter, die mich so kräftig nach vorne schob, dass ich regelrecht in den Hausflur hineinstolperte. Währenddessen wandte ich mich um und erkannte Andreas, der sich gegen die Tür warf, den Schlüssel zweimal umdrehte und den Sicherheitsriegel vorlegte. Mit der linken Hand.
"Was ist denn los? Spinnst du?!" Nach dem strahlenden Sonnenschein draußen brauchten meine Augen etwas Zeit, sich an das wenige Licht zu gewöhnen. Zuerst studierte ich sein Gesicht, das wie versteinert wirkte, dann sah ich, dass er in der rechten Hand Dales "Smith & Wesson" hatte. "Bist du verrückt? Leg sofort die Pistole weg! Was hast du da draußen gemacht?"
"Auf dich gewartet." Er starrte mich an. "Warum bist du nicht ans Handy gegangen?"
Noch immer hielt er die Waffe in der Hand, ich wollte sie ihm abnehmen, er reagierte jedoch nicht.
"Ach Gott, das Handy. Ich hatte meine Tasche im Flur liegen lassen, da hab ich es wohl nicht gehört." Auf einmal war mir kalt. Ich umfasste meine bloßen Arme. "Du hast also versucht, mich anzurufen. Ist was mit Dale? Nun sag schon: Was ist los?"

Logo des Westfälischen Literaturbüros in Unna e.V.