Campmann, Rainer W.

Rainer W. Campmann

Bürgerl. Name
Rainer W. Campmann
Jahrgang
1944
Geburtsort
Winterberg
Wohnort
Bochum
Orte
Bochum
Regionen
Westfalen komplett, Ruhrgebiet, Sauerland
Genres
Prosa, Lyrik, Funk, Herausgeberschaften
Kontaktadresse
Espenweg 13, 44801 Bochum, Deutschland
Telefon
 
privat
0234 - 771070
Email
r.w.campmann@web.de
Vita

Geboren am 09. November 1944 in Winterberg. Aufgewachsen und zur Schule gegangen in Bochum. Als Zeitsoldat von 1963 bis 1967 Angehöriger der Bundesmarine. Verschiedene Berufe, u. a. Stahlwerker und Journalist. 1970 erste Veröffentlichungen von Gedichten und Prosastücken. Im Auftrag des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt von 1974 bis 1988 Herausgeber der Literatur- und Grafikseite "Aus der Werkstatt" in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Seit 1976 freier Schriftsteller. Er ist Verfasser zahlreicher Gedichte, Reportagen, Erzählungen und Drehbücher, außerdem ist er als Herausgeber von Anthologien hervorgetreten. Von 1970 bis 1990 Mitglied im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, Werkstatt Dortmund; er ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS) und in der Europäischen Autorenvereinigung "Die Kogge".

Auszeichnungen

1978 Förderstipendium des Landes NRW.
1971 Preisträger des Hammer Prosawettbewerbs.

Prosa

Brüche oder Die Welt in den Novemberkeiten. Erzählungen, Prosastücke, Kleine Dichtungen. Brockmeyer: Bochum 2016.
Nachbarschaftskunde. Roman. Edition Voss im Horlemann Verlag: Berlin und Leipzig 2012.
Schichtarbeit. Reportagen und Erzählungen. (zus. mit Horst Kammrad, Peter Fischbach). Fischer: Frankfurt/M. 1973.

Lyrik

Brandfelder. Einunddreißig Gedichte. Asso: Oberhausen 1992.
Totes Inventar. Gedichte und Linolschnitte über das Altern (zus. mit Horst Dieter Gölzenleuchter). Edition Wort und Bild: Bochum 1988.
Beziehungen. Gedichte. Edition Wort und Bild: Bochum 1982.

Funk

In Auswahl:
Hasenbrote. Gedichte. WDR: 1990.
Ruhrgebietsrevue. Den Montag mit nach Hause nehmen. Erzählgedicht. WDR: 1988.
Schlachthof, Kälberhalle. Gedichte. WDR: 1987.
Oma Blumenbeckers jähes Verschwinden. Gedichte. SWF: 1982.
Widerstände. SR: 1979.
Kultur aktuell. NDR: 1977.
Literatur der Arbeitswelt. HR:1973.
Wilhelmsbader Produktionen. Morgenstund. HR: 1973.

Fernsehen

Hier und heute. Schriftsteller aus dem Ruhrgebiet. Interview und Lesung. WDR (Fernsehen): 6.2.1974.

Anthologie

In Auswahl:
Widerstandskampf. Ein eigenes Stückchen Erde. In: Vom Heimatroman zum Agit-Prop. Essays zur Literatur Westfalens 1945-1975. Hrsg. von Moritz Baßler, Walter Gödden, Sylvia Kokot und Arnold Maxwill. Aisthesis: Bielefeld 2016.
3 Gedichte. In: Schlafende Hunde III. Politische Lyrik. Hrsg. von Thomas Bachmann. Verlag am Park: Berlin 2014.
Ränder. Schulter an Schulter mit Hugo. In: Für H.E.K. Hrsg. von Renate und H. D. Gölzenleuchter. Edition Wort und Bild: Bochum 2014.
Herbstkirmes in Linden 1980. Gedicht. In: Herbstblätter. Hrsg. von Joachim Wittkowski. Edition Wort und Bild: Bochum 2013.
Eine Freundin. Über Liselotte Rauner. Statt einer Schaufel Erde. Zum Tod von Michael Klaus. In: Literatur in Westfalen. Beiträge zur Wissenschaft 12. Hrsg. von Walter Gödden. Aisthesis: Bielefeld 2012.
Glück auf! Liederbuch Ruhr. Hrsg. von Frank Baier und Jochen Wiegandt. Klartext: Essen 2012.
6 Gedichte. In: Schlafende Hunde II. Politische Lyrik. Hrsg. von Thomas Bachmann. Verlag am Park: Berlin 2012.
Wintergarten. Gedichte und Fotografien. Mit einem Nachwort von Joachim Wittkowski. Edition Wort und Bild: Bochum 2011.
Der Jaguar im Spiegel. Ein Kogge-Lesebuch. Hrsg. von Charlotte Uecker und Manfred Chabot. Verlag Pop: Ludwigsburg 2010.
Schnittwege. Hommage an Horst Dieter Gölzenleuchter. Hrsg. von Hugo Ernst Käufer und Friedrich Grotjahn. Universitätsverlag Dr. N. Brockmeyer: Bochum 2009.
Hic, haec, hoc. Der Lehrer hat 'nen Stock. Schulgeschichten aus dem Ruhrgebiet. Hrsg. von Joachim Wittkowski. Henselowsky Boschmann: Bottrop 2007.
Sie schreiben in Bochum. Bio- bibliographische Daten, Selbstaussagen, Fotos und Texte von 36 Autoren. Hrsg. von Hugo Ernst Käufer und Volker W. Degener. Klartext: Essen 2004.
Das Dach ist dicht. Wozu noch Dichter? Eine Anthologie zum 20jährigen Bestehen der Bezirksgruppe Westliches Westfalen. Hrsg. vom Verband Deutscher Schriftsteller (VS). Rhein-Ruhr Druck Sander: Dortmund 1996.
Wie wir am besten in Öl baden und uns dabei wohlfühlen. Gedichte und Erzählungen. Hrsg. von Werner Schlegel und Ulrich Straeter. Arka Verlag: Essen 1992.
Der aufrechte Gang. Zu Carl von Ossietzky. Hrsg. vom Kulturamt der Stadt Unna. Zusammenstellung der Ausstellung: Horst Dieter Gölzenleuchter. Bresser OHG: 1989.
Schichtwechsel – Lichtwechsel. Texte aus der Arbeitswelt. Hrsg. von Walter Köpping. Bund Verlag: Köln 1988.
Zehn Jahre Zeitkritik. Gedichte 1975 – 1985. Hrsg. von Peter Dempf, August Kirchfeld und Michael Kottke. Verlag des Literarischen Arbeitskreises: Augsburg 1985.
Schulter an Schulter. Gedichte aus dem Ruhrgebiet. Hrsg. von Hugo Ernst Käufer. Damnitz Verlag: München 1985.
Alles paletti. Hrsg. von Thomas Rother. Klartext: Essen 1985.
Proletarische Lebensläufe, Band 2. Hrsg. von Wolfgang Emmerich. Rowohlt Taschenbuch Verlag: Hamburg 1985.
100 Jahre Bergarbeiter-Dichtung. Hrsg. von Walter Köpping. Asso: Oberhausen 1982.
Seit du weg bist. Liebesgedichte danach. Hrsg. von Jan Hans. Rowohlt Taschenbuch Verlag: Hamburg 1982.
Friedens-Fibel. Hrsg. vom Verband Deutscher Schriftsteller (VS) in der IG Druck und Papier Hessen. Verlag: Frankfurt/M. 1982.
Der Frieden ist eine zarte Blume. Gedichte gegen den Krieg. Hrsg. von Hans Adler. Edition Wort und Bild: Bochum 1981.
Was auf den Nägeln brennt. Literarische Texte seit 1965. Hrsg. von Aki Wolter und Hans Poethko. Rowohlt Taschenbuch Verlag: Hamburg 1980.
Die Würde am Werktag. Hrsg. von Martin Walser. Fischer: Frankfurt/M. 1980.
Vertrauensleute berichten. Hrsg. von Heinrich Droege und Gerhard. Straube. Fischer: Frankfurt/M. 1979.
Nicht mit den Wölfen heulen. Ein literarisches Bilderbuch. Hrsg. von Horst Dieter Gölzenleuchter. Edition Wort und Bild: Bochum 1979.
Dazu gehört Mut. Hrsg. von Elvira Högemann-Ledwohn. Damnitz Verlag: München 1977.
Weg vom Fenster. Hrsg. von Christian Kneifel und Klaus Tscheliesnig. Fischer: Frankfurt/M. 1976.
Hierzulande, heutzutage. Hrsg. von Annie Voigtländer. Aufbau Verlag: Berlin und Weimar 1975.
Sie schreiben zwischen Hamm und Moers. 43 Autoren im Ruhrgebiet. Hrsg. von Hugo Ernst Käufer und Horst Wolff. Peter Hammer Verlag: Wuppertal 1974.
Der rote Großvater erzählt. Hrsg. von Erasmus Schöfer. Fischer: Frankfurt/M. 1974.
Netzer kam aus der Tiefe des Raumes. Hrsg. von Ludwig Harig und Dieter Kühn. Hanser Verlag: München 1974.
Stories für uns. Hrsg. von Jürgen Alberts und Peter Fischbach. Fischer: Frankfurt/M. 1973.
Freizeit heute. Hrsg. von Uwe Timm und Uwe Friesel. Bertelsmann: Gütersloh 1973.
Für eine andere Deutschstunde. Hrsg. u. a. von Annemarie Stern, Horst Hensel, Josef Büscher. Asso: Oberhausen 1972.
Ruhrtangente. Nordrhein-Westfälisches Jahrbuch 72/73. Hrsg. vom Autorenkreis "Ruhr-Mark". Burgdorf: Argus-Verlag 1972.
Revier heute. Hrsg. von Hugo Ernst Käufer. Georg Bitter Verlag: Recklinghausen 1971.

In Zeitschriften und Zeitungen

Auswahl:
Gedenkblatt für meinen Vetter Egon. Schlachthof, Kälberhalle. Gedichte. In. Gegenwind, Zeitschrift für Literatur 1991, H.2.
Die Freiheit in Chile zum Beispiel. Gedicht. In: Kürbiskern 4/83.
Hasenbrote. Gedicht. In: Deutsche Volkszeitung, 28.7.1983.
Witwer, kehlkopflos. Hasenbrote. Am Rheinufer damals. Gedichte. In: Westfalenspiegel 1983, H.2.
In unsrem Viertel. Erzählung. In: Einheit, 1.10.1982.
Kindheitsbild. Gedicht. In: Westfalenspiegel 1982, H.2.
Niemand besaß mehr. Gedicht. In: Das Pult 1981, 14. Jahrgang, Folge 63.
Oma Blumenbeckers jähes Verschwinden. Gedicht. In Kürbiskern 3/79.
Einen Montag suchen den man gerne mit nach Hause nimmt. Gedicht. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 12.8.1979.
Aufenthalt. Gedicht. In: Vorwärts, 10.8.1978.
Ein später Besuch. Erzählung. In: WAZ, 19.3.1977.
Morgenstund. ERzählung. In: WAZ, 9.11.1974.
Zwei Stücke Leben eines Schulkumpel. Erzählung. In: Westfalenspiegel 1972, H.2.

Herausgeberschaften

In Auswahl:
Augenblicke der Erinnerung. Texte und Bilder aus dem Revier. Liselotte Rauner zum 70. Geburtstag am 21. Februar 1990. Asso: Oberhausen 1991 (mit Hugo Ernst Käufer).
Das Faustpfand. Geschichten und Berichte aus dem Werkkreis Literatur der Arbeitswelt.  Büchergilde Gutenberg: Frankfurt/M. 1978 (mit Josef Ippers und Peter Fischer).
Geschichten aus der Kindheit. Fischer: Frankfurt/M. 1978 (mit Erika Häberling, Heinrich  Droege).
Heinrich Kämpchen. Seid einig, seid einig, dann sind wir auch frei. Asso: Oberhausen 1984 (zus. mit Walter Köpping).
Sieben Häute hat die Zwiebel. Gedichte und Erzählungen. 10 Jahre Aus der Werkstatt in der WAZ. Klartext: Essen 1984 (mit Udo Bruns und Michael Lentz).
Schulgeschichten. Erzählungen und Reportagen. Fischer: Frankfurt/M. 1977 (mit Horst  Hensel, Heinrich Peuckmann; 2. Aufl. 1977; 3. Aufl. 1980).
Neue Stories. Erzählungen. Fischer: Frankfurt/M. 1977 (mit Josef Ippers).
Liebesgeschichten. Erzählungen. Fischer: Frankfurt/M. 1976 (mit Heinrich Droege und Horst Hensel; 3. Aufl. 1978; 4. Aufl. 1980).

Sonstige Veröffentlichungen

Arbeiterliteratur im Ruhrgebiet. Ein Führer für Leser. Erzählung und Interview. Proseminar am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum im Sommersemester 2011, Projektleitung Dr. Joachim Wittkowski. Bochum 2011.
Eine Freundin. Über Liselotte Rauner. Essay. Internet, Reviercast: Gelsenkirchen 2010.

Über Werk und Autor

Udo Bruns. Ein Schriftsteller liest in der Schule. Arnsberg 1979 (Päd. Prüfungsarbeit für das Lehramt an Gymnasien).

Lexikoneinträge:
Literarische Portraits, 163 Autoren aus Nordrhein-Westfalen. Hrsg. von Peter K. Kirchhof. Schwann im Patmos Verlag: Düsseldorf 1991.
Westfälisches Autorenlexikon. Hrsg. von Walter Gödden, Iris Nölle-Hornkamp. Bd. 4: 1900 bis 1950. Paderborn 2002.
Kürschners deutscher Literaturkalender. Hrsg. von W. Schuder. Berlin, New York 2001.
Wilhelm Kosch: Deutsches Literaturlexikon. 3., völlig neu bearb. Aufl. Siegmar Hohl, Carl Ludwig Lang (Hg.). Erg.Bd. 2. Bern, München 1994.
Gisela Schwarze: Westfälisches Autorenverzeichnis. Münster 1993.
Ludwig Janssen: Literatur-Atlas NRW. Ein Adreßbuch zur Literaturszene. Volksblatt-Verlag: Köln 1992.

Selbstauskunft

(…) Ich gehe umher und beobachte, halte fest, was mir auffällt, mich bedrängt, und versuche die Ergebnisse meiner Beobachtungen anderen mitzuteilen, manchmal entstehen Gedichte, meist Prosastücke oder Essays. Ich will nicht nur unterhalten, obwohl ich schon so manchen Prosatext – z.B. - nur seines Tons, seines Klangs wegen geschrieben habe. Meine Arbeit soll Widerspruch sein, in Frage stellen, wenn Sie so wollen, Unruhe stiften – durchaus mein Selbstverständnis.

(…) Eine Bemerkung, aufgeschnappt in der Bahn, eine Zeitungsnotiz, die mich aufwühlt, eine blaue Tür, die mich neugierig macht, was ist dahinter? Ein seltsamer Geruch, der mir in die Nase steigt, ich will wissen, was hat es damit auf sich? Kleinigkeiten sind es, die mich aufmerken lassen. Wenn ich schreibe, konzentriere ich mich auf das Unwesentliche. Sie handeln von nichts oder vom Leben, meine Geschichten, je nachdem, wie man sich ihnen nähert, meist geschieht nichts Außergewöhnliches, außer vielleicht dass ein Sturm über die Stadt fegt und Bäume entwurzelt, oder dass ein Milchtopf umgeworfen wird. Das Alltägliche, das Gewöhnliche wird auf einmal besonders.Auf dem Balkon in der Sonne sitzen oder ein paar Meter laufen zum Beispiel – ja so sollte meine Literatur sein: wie nach einer schweren Hüftoperation unbeschwert ein paar Meter laufen. Und ich hab festgestellt, dass ich anscheinend nur über Ameisen schreiben kann, die über meine Hand laufen, und über die Schottersteine im Schienenbett der Linie 7. Prinzenhüte, Feuerlandameisen, darüber kann ich nicht schreiben.

(…) Oft lasse ich mich führen von Gedanken, Ahnungen, wie soll ich es nennen, von Stimmungen auch, und weiß, wenn ich mich hinsetze, noch nicht genau, was ich gleich schreiben werde. Satz für Satz, assoziativ, erarbeite ich mir den Stoff, das Thema, die Situationen, die Personen, wobei die Form sich einstellt. Ich merke es, wenn die erforderliche Form dazukommt, wenn Gezeigtes und Form übereinstimmen. Manchmal scheint es mir, als hätte der Text im Verborgenen schon fertig gelegen. Sprachmelodien, Zungenfärbungen, Duktus, unterschiedliche Perspektiven, Bildfolge, Umbrüche, Wechsel zu anderen Ebenen, ja selbst die Zeichensetzung usw. - wenn der Zugang zum jeweiligen Thema gelungen ist, gewinnt Literatur allmählich ihren unverwechselbaren Körper. (...)

Aus einem Interview. In: Arbeiterliteratur im Ruhrgebiet. Ein Führer für Leser. Proseminar am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum im Sommersemester 2011, Projektleitung Dr. Joachim Wittkowski. Bochum 2011.

Quellenangaben
Autorenauskunft, Eigenrecherche, Lexikon
Sonstige Quellen

Westfälisches Autorenlexikon. Hrsg. von Walter Gödden, Iris Nölle-Hornkamp. Bd. 4: 1900 bis 1950. Paderborn 2002.

Bildquelle
C Horst Dieter Gölzenleuchter
Aktualisiert am
28.02.2017