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Autoren

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Erasmus Schöfer

Bürgerl. Name
Erasmus Schöfer
Jahrgang
1931
Geburtsort
Altlandsberg bei Berlin
Wohnort
Köln
Orte
Köln
Regionen
Rheinland komplett, Rheinschiene
Genres
Prosa, Funk, Bühne

Kontaktadresse
Trajanstr. 5
50678 Köln
Deutschland

Telefon
 
privat
0221-312343
Telefax
0221-312343

Web
www.erasmusschoefer.de
www.kinder-des-sisyfos.de

Vita

Geboren am 4. Juni 1931 in Altlandsberg bei Berlin. Von 1949-1961 studierte er Germanistik, Sprachwissenschaft und Philosophie in Berlin, Köln, Bonn und Freiburg, dazwischen war er als Praktikant und Arbeiter in Berliner und Kölner Fabriken tätig. Promotion bei Leo Weisgerber mit einer Arbeit über "Die Sprache Heideggers". Von 1965-1968 leitete er den Münchner "Komma-Klub" (zur Förderung progressiver und sozialistischer Literatur). Umzug nach Köln, wo er 1970 den "Werkkreis Literatur der Arbeitswelt" mitbegründete und Herausgeber der gleichnamigen Taschenbuchreihe wurde. Ebenfalls war er Mitgründer des "Industrietheaters Rhein-Ruhr". Schöfer ist Mitglied des VS und des P.E.N.-Zentrum. Er lebt als Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer aus dem Englischen, Französischen und Neugriechischen in Köln.

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Auszeichnungen

2008 Gustav-Regler-Preis
2001, 1993, 1977, 1974 NRW-Arbeitsstipendien für Literatur
1992, 1981, 1977 Stipendien des Deutschen Literaturfonds
1964 Kurt-Magnus-Preis der ARD

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Prosa

Na hörn Sie mal!. Sechs ausgewählte Funkstücke. Klartext: Essen 2012.
Diesseits von Gut und Böse. Beiträge fürs Feuilleton. Klartext: Essen 2011.
Der gläserne Dichter. Eine Besichtigung. Dittrich: Berlin 2010.
Winterdämmerung. Roman. Dittrich: Berlin 2008.
Sonnenflucht. Roman. Dittrich: Köln 2005.
Zwielicht. Roman. Dittrich: Köln 2004.
Ein Frühling irrer Hoffnung. Roman. Dittrich: Köln 2001.
Flieg Vogel stirb. Erzählungen. Pahl-Rugenstein: Köln 1987.
Tod in Athen. Ein Gegenwartsroman. Weltkreis: Dortmund 1986.
Der Sturm. Erzählung. Kiepenheuer & Witsch: Köln 1981 (TB-Ausgabe Droemer Knaur: München 1984.)
Erzählungen von Kämpfen, Zärtlichkeit u. Hoffnung. Fischer-TB: Frankfurt/M. 1979.

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Lyrik

Gedichte. Damnitz: München 1982 (= Kürbiskern-Zeit-Gedichte. 1982).

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Funk

In Auswahl:
Der gläserne Dichter. Lesung. BR: 1996.
Autopsie eines Fossils. Literarisches Feature. WDR3, WDR5: 1996.
Dreckwässer. Feature. Gem. mit W. Rügemer. WDR3, WDR5, NDR: 1996.
Poetische Reise. Feature. WDR, DLR, ORB: 1996.
Chefsache. Lesung. SR: 1996.
Markt, Macht und Menschen – Über die ökologischen Lehrherren der Produktion. Feature. WDR, HR, NDR, RB: 1994/1995.
Wirklich, nichts. Eine Spurensuche. Hörspiel. SWF: 1994.
Die globale Revolution. Am Abend vorgestellt. WDR, RB: 1994.
Graswurzelbewegung. Feature. DS Kultur: 1992.
Ithaka – Traumheimat der Weltbürger. Feature. RB: 1992.
Rachegedanken habe ich nicht. Feature. Gem. mit P. Keller. DLF, SFB, RB, DS Kultur: 1992.
Vilem Flusser – Spieler gegen das Absurde. Feature. Gem. mit P. Keller. RB: 1992.
Wie Vögel die Luft berühren, durchstreifen Worte die Liebe. Hörspiel. RIAS: 1990.
Die Hexe v. M.. Hörspiel. RIAS: 1990.
Emil Belzner – Dichter, Schnurrpfeifer, Journalist. Literarisches Feature. WDR, BR: 1988.
Crazy Horse sucht Dutschke. Hörspiel. RB: 1988 (7 Wiederholungen; Kurzfassung: WDR: 1988).
Sitzblockade. Hörspiel. RB: 1987 (2 Wiederholungen).
Raketen, Richter, Radikale. Politisches Feature. WDR, SFB, HR, RB: 1986.
Der Kaiserstuhl im Dreyecksland. Literarisches Feature. WDR, SFB, HR, RB: 1986.
Ein dt. Osterspaziergang. Hörspiel. HR: 1985.
Die griech. Kassette. Hörspiel. RIAS: 1982.
Abstiegsrunde. Hörspiel. SWF: 1981 (8 Wiederholungen).
Swedenborg oder Die Formen der Wahrheit. Hörspiel. SDR: 1980 (7 Wiederholungen).
Oma Gingolfs letzte Abenteuer. HR: 1977 (10 Wiederholungen).
Machen wir heute, was morgen erst schön wird. Hörspiel. WDR: 1974. / 2. Teil: Wir geben die Hütte nicht wieder her. Hörspiel. WDR/HR: 1975 (auch als WDR-Hörspielbücher 1974 und 1975).
Kollegin Zander greift ein. Hörspiel. WDR: 1973 (3 Wiederholungen).
Denkmal Pfeiffer. Hörspiel. BR/SWF: 1968, sowie: Dtld.-Sender/DDR: 1968 (auch als DDR-Hörspielbuch 1969).
Straßensammlung. Hörspiel. Gem. mit C. Bruhn. Radio DDR I: 1967.
Das Land das ich sehe - das ich nie sah. Hörspiel. Radio DDR II: 1967.
Berg der Schatten. Hörspiel. WDR: 1966 (5 Wiederholungen).
Heimsuchung. Hörspiel. WDR: 1966 (14 Wiederholungen).
Der Pikadon. Hörspiel. WDR: 1964 (22 Wiederholungen; auch als WDR-Hörspielbuch 1964).
Lebensabend. Hörspiel. SWF: 1964.

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Fernsehen

Abgefunden. Defa-Produktion. DDR-Fernsehen: 1982.
Verfolgung. Defa-Produktion. DDR-Fernsehen: 1977.
Bittere Pillen. Defa-Produktion. DDR-Fernsehen: 1975.

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Film

Was heißt Denken. 60'-Film zum 80. Geburtstag Heideggers. SWF: 1969.

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Bühne

Machen wir heute, was morgen erst schön wird. Drei Stücke. 1978.
Die Bürger von Weiler. Ein optimistisches Trauerspiel. Verlag der Autoren: Frankfurt/M. 1978 (Neuausg. 1980, Uraufführung: Bruchsal 1982).
Bittere Pillen. Verfolgung. Die Hütte gehört uns. Texte für Theater, Film, Funk. Mit einem Nachwort v. H. Angermüller. Atelier im Bauernhaus: Fischerhude 1978 und Henschelverlag Kunst u. Gesellschaft: Berlin 1978.
Vielleicht bin ich schon morgen eine Leiche. Proletarisches Lustspiel. Verlag der Autoren: Frankfurt/M. 1970 (Uraufführung: Frankfurt/M. 1971).
Durch die Wüste usw. Schauspiel. Uraufführung: Freiburg 1965.

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Sachbuch

Schriftsteller im Kollektiv - Texte zum Werkkreis Literatur der Arbeitswelt. Hrsg. von Volker Zaib und Werner Jung. Mit einem Vorwort von David Salomon. Klartext: Essen 2014.
Ist die DKP noch zu retten? Gespräche mit kritischen Kommunisten. Gem. mit P. Keller. Konkret-Literatur-Verl.: Hamburg 1989.
Die Wahrheit ist die Veränderung. Flugschrift. Flugschriften der Ça-Ira-Presse, H. 2.: Berlin 09.11.1968.
Die Sprache Heideggers. Diss. Bonn. Neske: Pfullingen 1962.

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Anthologie

In Auswahl:

Literarische Texte:
Die Platzbesetzung. In: Wir träumen ins Herz der Zukunft. Hrsg von Volker C. Dörr u.a. Literatur in NRW 1971-1994. Insel: Frankfurt/M. 1995.
Ein deutscher Osterspaziergang. In: Was ist des Deutschen Vaterland? Hrsg. von Ursula Höntsch, Olaf Münzberg. Verbum: Berlin 1993.
Der Morgen von San Francisco. In: Sonntag. Geschichten von der Stille. Hrsg. von Wolfgang Horn, Hans Paukens. Faude: Konstanz 1988.
Vogeltheater in der Südstadt. In: Eine Hand wäscht die andere. Hrsg. von Jochen Arlt und J. W. Martin. Rem: Pulheim 1987.
Die Konfirmanden. In: Niemandsland. Kindheitserinnerungen 1945-1949. Hrsg. von Heinrich Böll. Lamuv: Bornheim-Merten 1985.
Unstillbarer Vater. In: Die stillenden Väter. Hrsg. von Klaus Konjetzky, Joseph von Westphalen. Bertelsmann: München 1983.
Die Augen wußten ihren Tod. In: Klassenlektüre. Hrsg. von Bernt Engelmann, Walter Jens. Knaus: Hamburg 1982.
In: Satzbau. Poesie u. Prosa aus NRW. Hrsg. von H.P. Keller und G. Lanser. Droste: Düsseldorf 1972.

Wissenschaftliche Texte:
Die Wahrheit ist die Veränderung. Rede zum Regler-Preis. In: Das Argument 280, 1/2 2009, S.131-135.
Die Spuren sind sichtbar noch. In: Fernaufklärung, Glasnost und die bundesdeutsche Linke. Hrsg. von Detlev Albers, Frank Deppe, Michael Stamm. Kiepenheuer & Witsch: Köln 1989.
Fehler der Vergangenheit – Wie man nicht zum Sozialismus kommt. In: Wie weiter? Hrsg. von Eckart Spoo. Galgenberg: Hamburg 1988.
Poesie als Sprachforschung. In: Konkrete Poesie, Linguistik und Sprachunterricht. Hrsg. von Burckhard Garbe. Olms: Hildesheim, Zürich, New York 1987.
Mit den Lohnabhängigen – Für die Arbeiterklasse. In: Für wen schreibt der eigentlich? Hrsg. von Manfred Bosch, Klaus Konjetzky. Bertelsmann: München 1973.
Restauration – Nicht nur im Theater. In: Entwicklungsland Kultur. Hrsg. von Dieter Lattmann. Bertelsmann: München 1973.
Die Theaterneger blasen zur Organisation. In: Spielplatz 1. Jahrbuch für Theater 71/72. Hrsg. Karlheinz Braun, Klaus Völker. o.V.: Berlin 1972.

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Herausgeberschaften

In Auswahl:

Betriebsräte berichten. Mitherausgeber. EVA: Köln 1977.
Die Kinder des roten Großvaters erzählen. Berichte zur Vor- und Frühgeschichte. Fischer-TB: Frankfurt/M. 1976.
Dieser Betrieb wird bestreikt. Berichte über die Arbeitskämpfe in der BRD. Mitherausgeber. Fischer-TB: Frankfurt/M. 1974.
Der rote Großvater erzählt. Berichte und Erzählungen von Veteranen der Arbeiterbewegung aus der Zeit von 1914-1945. Fischer-TB: Frankfurt/M. 1974 (Reprint Express-Edition: Berlin 1983).
Ein Baukran stürzt um. Berichte aus der Arbeitswelt. Gem. mit Karl D. Bredthauer und Heinrich Pachl. Piper: München 1970.

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Über Werk und Autor

Thomas Wagner (Hg.): Im Rücken die steinerne Last. Unternehmen Sisyfos, die Romantetralogie von Erasmus Schöfer. Essay-Sammlung. Dittrich: Berlin 2012.
David Salomon: Sisyphos und seine Söhne. In: Sozialismus 4/2008, S. 58-62.
Rüdiger Scholz: Gesellschaftskämpfe in der BRD - E. Schöfers Winterdämmerung. In: Peter-Weiss-Jahrbuch Bd. 18, S. 35-61.
Erasmus Schöfers Sysifos-Romane. In: Tarantel, Zeitschrift f. Kultur von unten. März 2007, S.9-17.
Volker Dittrich (Hg.): Unsichtbar lächelnd träumt er Befreiung - Erasmus Schöfer unterwegs mit Sisyfos. o.V.: Berlin 2006.
Rüdiger Scholz: Griechenland heilt nicht mehr. Erasmus Schöfers dritter Sisyfos-Roman "Sonnenflucht" zwischen Realistik und Symbolik. In: Peter-Weiss-Jahrbuch 2006, S. 153-170.
Rüdiger Scholz: Intellektuellenrevolte und Betriebskämpfe in der Bundesrepublik Deutschland 1968 bis 1989. Erasmus Schöfers "Sisyfos" Romane. In: Peter-Weiss-Jahrbuch 2005, S.157-182.
Werner Jung, Alexandra Klein: "Erasmus Schöfer". In: Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur 2005. Hrsg. von Heinz Ludwig Arnold. o.V.: o.O. 2005.
Everhardt Kleinertz (Hg.): Kölner Autoren-Lexikon 1750-2000, Band 2: 1901-2000. Bearbeitet von Enno Stahl. Emons: Köln 2002.
K. Kefalea: "Das Land d. Griechen". Studien zur Griechenlandrezeption in der modernen europäischen Erzählliteratur. Würzburg 1995.
Harry Böseke: Der Erzähler von Kämpfen und Hoffnungen. In: Literarische Porträts. 163 Autoren aus NRW. Hrsg. von Peter K. Kirchof. Schwann im Patmos: Düsseldorf 1991.
R. Steigerwald/E. Schöfer: Zu dem Roman "Tod in Athen". Ein Briefwechsel. In: kürbiskern 4/1987.
D. P. Meier-Lenz, H. Hensel u. F. Benseler: Zu "Tod in Athen". In: die horen 145/1987.
Werkkreis: Wohin, für wen, wie weiter. In: kürbiskern 20/1984.
L. Munzinger (Hg.): Literaten. 250 deutschsprachige Schriftsteller der Gegenwart. Ravensburg 1983.
Horst Hensel: Werkkreis - oder Die Organisierung politischer Literaturarbeit. Köln 1980.
Hugo Ernst Käufer (Hg.): Sie schreiben zwischen Goch und Bonn: bio-bibliografische Daten, Fotos und Texte von 61 Autoren. Hammer: Wuppertal 1975.
H. Schwitzke (Hg.): Reclams Hörspielführer. Stuttgart 1969.

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Selbstauskunft

Anläßlich des Romans: Ein Frühling irrer Hoffnung (Ausschnitt)

Die Menschen des Romans.
Ich erzähle von Menschen, die darin ihre Persönlichkeit entfalten, daß sie ihre Kultur verteidigen, ihre Schönheit, ihre Humanität. Das war sicher immer wichtig, ist aber in unserer Gegenwart offenbar noch dringender. Weil so vieles diese Werte bedroht, sind die handelnden Menschen meines Romans keine Idealtypen, sondern Durchschnittsmenschen, die sich abmühen, so sein zu können, wie sie eigentlich wollen. Es ist nicht nur die Gesellschaft, die sie daran hindert. Auch ihre eignen Schwächen, ihre Triebe, vielleicht ihr persönliches Unglück, ihre Erziehung, ihre Veranlagung, ihre Unkenntnis stehen ihnen im Weg.
Mich interessieren nicht die großen, die überzeugten Bösewichte (wie von Shakespeare, Heiner Müller dargestellt), obwohl wir auch über solche Kenntnisse brauchen, womöglich um wissen zu könenn, wie wir nicht sein wollen. Mich interessieren Menschen, die in ihrem begrenzten eignen Lebensberiech wie in der Gesellschaft so etwas wie Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit, aber auch Freiheit und Spontaneität, auch Liebe und Lust ermöglichen wollen. Ich finde allerdings wenig Anlaß, glückliche Ausgänge zu beschreiben. Wahrscheinlicher ist das Scheitern.

Das Besondere an meiner literarischen Arbeit im Vergleich zum Gros der deutschen Gegenwartsliteratur sehe ich auf drei Gebieten: der Politik, der Arbeitswelt, der Erotik. Das soll nicht heißen, daß sie zum ausdrücklichen Gegenstand der Erzählung geworden sind. Gegenstand der Erzählung sind Menschen. Diese Menschen aber leben in einer Welt, in der, wie in der Wirklichkeit, Politik, Arbeit und körperliche Liebe zum Alltag gehören. Die literarische Herausforderung bei dieser Gegenstandswahl liegt vor allem im sprachlichen Bereich.

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Quellenangaben
Autorenauskunft, Eigenrecherche, Lexikon
Sonstige Quellen

Kölner Autorenlexikon 1750-2000. Bd. 2: 1900-2000. Emons: Köln: 2002

Bildquelle
(c) privat
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Aktualisiert am
03.03.2016

 

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