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Emine Sevgi Özdamar

Bürgerl. Name
Emine Sevgi Özdamar
Jahrgang
1946
Geburtsort
Malataya/Türkei
Wohnort
Berlin
Orte
Düsseldorf
Regionen
Rheinland komplett, Rheinschiene
Genres
Prosa, Bühne

Kontaktadresse
c/o Kiepenheuer & Witsch, Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
Deutschland

Vita

Geboren am 10. August 1946 in Malataya, Türkei. Mit 12 Jahren tritt sie zum ersten Mal auf der Bühne am Staatstheater Bursa in Molières "Bürger als Edelmann" auf. 1965 reist sie alleine nach Deutschland und arbeitet bis 1967 in einer Fabrik in Berlin. Zurückgekehrt in die Türkei, besucht sie bis 1970 eine Schauspielschule in Istanbul, wo sie im Anschluss an die Ausbildung ihre ersten professionellen Rollen als Charlotte Corday im "Marat-Sade" von Peter Weiss und als Witwe Begbick in Brechts "Mann ist Mann" spielt. 1975 zieht sie wieder nach Deutschland. 1976 wird sie Mitarbeiterin von Matthias Langhoff und Benno Besson an der Ostberliner Volksbühne. 1978/79 arbeitet sie mit Benno Besson in Paris und Avignon und absolviert an der Universität Paris-Vincennes ein Studium, das sie mit dem Diplom "Maîtrise de Théâtre" abschließt. Von 1979 bis 1984 ist sie als Schauspielerin am Bochumer Schauspielhaus (Intendanz: Claus Peymann) engagiert. Filmrollen übernimmt sie u. a. in "Yasemin" (Regie: Hark Bohm), "Happy Birthday, Türke" (Regie: Doris Dörrie) und "Airport, Rückflug nach Teheran" (Regie: Werner Masten). 1997/98 Schauspielengagement in Frankreich. Seit 1982 ist sie außerdem als freie Schriftstellerin tätig. Ihr erster Roman "Das Leben ist eine Karawanserei..." wird zu einem großen Erfolg und erscheint auch in Frankreich, England, Griechenland, Katalonien, Finnland, den Niederlanden, Spanien, Polen, der Türkei, Norwegen und Kanada. Nachdem Emine Sevgi Özdamar mehrere Jahre in Düsseldorf wohnte, lebt sie jetzt auch wieder in Berlin und ist weiterhin viel auf Reisen. Im Mai 2007 wurde Özdamar in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen.

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Auszeichnungen

2012 Alice Salomon Poetik Preis
2010 Carl-Zuckmayer-Medaille
2009 Fontane-Preis
2004 Kleist-Preis
2003 Stadtschreiber Preis von Bergen-Engheim
2001 Künstlerinnenpreis des Landes NRW im Bereich Literatur
1999 Preis der LiteraTour Nord
1999 Adelbert von Chamisso-Preis
1999 Arbeitstipendium der Landeshauptstadt Düsseldorf
1995 New York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds
1994 "International Book of the year" London Times Literary Supplement (für: Das Leben ist eine Karawanserei...)
1993 Walter Hasenclever-Preis
1992 Stipendium des Deutschen Literaturfonds
1991 Ingeborg-Bachmann-Preis

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Prosa

Kendi Kendinim Terzisi Bir Kambur, Ece Ayhan'lı anılar, 1974 Zürih günlüğü, Ece Ayhan'ın makrupları. Istanbul 2007.
Sonne auf halben Weg. Die Istanbul Berlin Trilogie. Kiepenheuer & Witsch: Köln 2006.
Seltsame Sterne starren zur Erde. Wedding - Pankow 1976/77. Kiepenheuer & Witsch: Köln 2003.
Der Hof im Spiegel. Erzählungen. Kiepenheuer & Witsch: Köln 2001.
Die Brücke vom Goldenen Horn. Kiepenheuer & Witsch: Köln 1998 (TB-Ausgabe: Köln 2000).
Das Leben ist eine Karawanserei, hat zwei Türen, aus einer kam ich rein, aus der anderen ging ich raus. Kiepenheuer & Witsch: Köln 1992 (TB-Ausgabe: Köln 1994).
Mutterzunge. Erzählungen. Rotbuch: Berlin 1990 (Neuausgabe: Kiepenheuer & Witsch: Köln 1998).

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Bühne

Perikizi. Ein Traumspiel. In: RUHR.2010. Theater Theater. Odyssee Europa. Aktuelle Stücke 20/10. Hrsg. von Uwe B. Carstensen und Stefanie von Lieven. Fischer TB: Frankfurt a.M. 2010.
Noahi. Verlag der Autoren: Frankfurt a.M. 2001.
Keloglan in Alemania, die Versöhnung von Schwein und Lamm. Verlag der Autoren: Frankfurt a.M. 1991.
Karagöz in Alemania. Verlag der Autoren: Frankfurt a.M. 1982 (Uraufführung: Schauspielhaus Frankfurt a.M. 1986).

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Internet

Text: Mein Istanbul: www.neuesirene.de/10ozdame.htm

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Anthologie

(In Auswahl:)
In: Daheim & Daneben. Wo Schriftsteller zu Hause sind. Hrsg. von Gunhild Kübler. dtv: München 2001.
In: Döner in Walhalla. Texte aus der anderen deutschen Literatur. Hrsg. von Ilja Trojanow. Kiepenheuer & Witsch: Köln 2000.
In: Remake Berlin. Hrsg. von Kathrin Becker und Urs Stahel. Fotomuseum Winterthur und Steidl: Göttingen 2000.

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Herausgeberschaften

Araf'takiler – Hayatları Roman olanlardan. von Emine Sevgi Özdamar, Corakli Sahbender, (auf Türkisch). Erschienen in: "ADIM". Erzurum-Türkei 2004.
Jahrbuch der Lyrik 1987/88. Zus. mit Christoph Buchwald. Luchterhand: Darmstadt, Neuwied 1988.
Happenings. Fluxus Pop Art Nouveau Réalisme. Eine Dokumentation. Zus. mit Wolf Vostell. Einführung von Jürgen Becker. Rowohlt: Reinbek 1965.

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Über Werk und Autor

Kader Konuk: Identitäten im Prozeß. Literatur von Autorinnen aus und in der Türkei in deutscher, englischer und türkischer Sprache. Die Blaue Eule: Essen 2001 (Zugl.: Paderborn, Univ., Diss., 1999).
Sabine Milz: Comparative Cultural Studies and Ethnic Minority Writing Today: the Hybridities of Marlene Nourbese Philip and Emine Sevgi Özdamar. Essay. In CLCWeb: Comparative Literature and Culture: A WWWeb Journal 2.2 (2000): www.arts.ualberta.ca/clcwebjournal/clcweb00-2/milz00.html.
Maike Ahrends: Kaza Gecirmek. Having accidents in life-identity constructions between cultures. The prose texts by Aysel Özakin, Renan Demirkan and Emine Sevgi Özdamar. Ann Arbor, Univ. of Michigan, Diss., 1999.
Lerke von Saalfeld: Die Wörter haben Körper. Interview. In: Ich habe eine fremde Sprache gewählt. Ausländische Schriftsteller schreiben deutsch. Bleicher: Gerlingen 1998.
Heidi Rösch: Migrationsliteratur im interkulturellen Diskurs. Vortrag zur Tagung "Wanderer - Auswanderer - Flüchtlinge" an der TU Dresden, 1998. Im Internet: www.tu-berlin.de/fb2/fadi/hr/Dresden.htm.
Denn du tanzt auf einem Seil. Positionen deutschsprachiger MigrantInnenliteratur. Hrsg. von Sabine Fischer und Moray McGowan. Stauffenburg: Tübingen 1997. Darin: Regula Müller: "Ich war Mädchen, war ich Sultanin": Weitgeöffnete Augen betrachten türkische Frauengeschichte(n). Zum Karawanserei-Roman von Emine Sevgi Özdamar; Annette Wierschke: Auf den Schnittstellen kultureller Unterschiede tanzend: Aysel Özakin und Emine Sevgi Özdamar.
Interkulturelle Konfigurationen. Zur deutschsprachigen Erzählliteratur von Autoren nichtdeutscher Herkunft. Hrsg. von Mary Howard. Iudicium: München 1997. Darin: Elizabeth Boa: Hybrides Schreiben in Werken von Özdamar, Özakin und Demirkan. Sheila Johnson: Von "Betroffenheit" zur Literatur. Frauen islamischer Herkunft, die auf deutsch schreiben; Gürsel Aytaç: Sprache als Spiegel der Kultur. Zu Emine Sevgi Özdamars Roman "Das Leben ist eine Karawanserei"; Nilüfer Kurayazici: Emine Sevgi Özdamars "Das Leben ist eine Karawanserei" im Prozess der interkulturellen Kommunikation.
Azade Seyhan: Lost in Translation: Remembering the Mother Tongue in Emine Sevgi Özdamar’s "Das Leben ist eine Karawanserei". In: The German Quarterly 4/1996.
Annette Wierschke: Schreiben als Selbstbehauptung. Kulturkonflikt und Identität in den Werken von Aysel Özakin, Alev Tekinay und Emine Sevgi Özdamar; mit Interviews. IKO - Verl. für Interkulturelle Kommunikation: Frankfurt/M. 1996 (Zugl.: Minneapolis, Minn., Univ. of Minnesota, Diss., 1994).
Gerhard Bechtold: Fallen im Text. Notizen zu Lesungen von Emine Sevgi Özdamar in Istanbul. In: Dyalog 1/1994.
Seyda Ozil: Einige Bemerkungen über den Roman "Das Leben ist eine Karawanserei" von Emine Sevgi Özdamar. In: Dyalog 1/1994.
KLG
Munzinger Archiv

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Selbstauskunft

Aus einem Interview im Buchjournal 2/2001:
Jean-Luc Godard hat einmal gesagt: "Man muss sein Vaterland verraten und an einen anderen Ort gehen, damit man gleichzeitig an zwei Orten sein kann." Durch einen solchen Ortswechsel wird die eigene Geschichte größer und magischer. Und wie Can Yücel sagte, ist die Literatur die Suche nach Identität.
Die Suche nach Identität ist etwas anderes in einem fremden Land. Can Yücel hat auch eine Rezension über die "Karawanserei" geschrieben, in der es heißt, dass mein Leben wie die Ausgrabung einer alten Kultur wäre und dass ich bei den Ausgrabung bis in den Mutterleib vordringen würde.

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Quellenangaben
Eigenrecherche
Bildquelle
© Helga Kneidl
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Aktualisiert am
30.07.2013

 

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