Becker, Jürgen

Jürgen Becker

Bürgerl. Name
Jürgen Becker
Jahrgang
1932
Geburtsort
Köln
Wohnort
Köln und Bergisches Land
Orte
Köln, Bergisches Land
Regionen
Rheinland komplett, Bergisches Land, Rheinschiene
Genres
Prosa, Lyrik, Funk
Kontaktadresse
c/o Suhrkamp-Verlag, 60325 Frankfurt am Main, Deutschland
Telefon
 
geschäftlich
069/756010
Vita

Geboren am 10.7.1932 in Köln. Von 1939 bis 1947 lebte er mit seinen Eltern in Erfurt, Thüringen, danach im Harz. 1950 Rückkehr nach Köln. Abitur 1953. Aufnahme und Abbruch eines Studiums, wechselnde Tätigkeiten, seit 1959 Mitarbeiter des WDR Köln. Danach Lektorenstelle beim Rowohlt-Verlag in Hamburg. 1973 übernahm er die Leitung des Suhrkamp-Theater-Verlags. 1974 wechselte Becker zum Deutschlandfunk Köln und war hier bis 1993 Leiter der Hörspielredaktion im Deutschlandfunk.
Mit seinen weithin beachteten experimentellen Büchern "Felder" und "Ränder" - für letzteres erhielt er den Preis der "Gruppe 47" - arbeitete Becker daran, die Grenzen zwischen Prosa, Dramatik und Lyrik aufzuheben und offene Texte zu schreiben, die Stimmen und Spuren eines kollektiven Bewußtseins erfassen. Von außerordentlicher Bedeutung für die deutsche Gegenwartsliteratur ist auch Beckers Hörspielschaffen. Mit Hörspielen wie "Häuser" zählt er zu den wichtigsten Protagonisten des Neuen Hörspiels, das sich Ende der 60er Jahre vom vorherrschenden naturalistischen Radio-Theater- bzw. "Kino-im-Kopf"-Abbildungsmodell löste und offensiv die Möglichkeiten des Mediums Radio nutzte. In den 70er Jahren wimdete sich Becker überwiegend der Lyrik. Mehrere Gedichtbände erschienen. Mit "Erzählen bis Ostende" (1981) beginnt Becker dann auch wieder Prosa zu veröffentlichen. Ein wichtiger Bestandteil von Jürgen Beckers literarischer Arbeit ist die intermediale Kommunikation. So veröffentlichte er mehrere Bücher gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin Rango Bohne, sowie ein Buch mit seinem Sohn, dem Fotografen und Becher-Schüler Boris Becker. 1999 publizierte Becker mit dem Buch "Aus der Geschichte der Trennungen" seinen ersten Roman; ein spätes Debüt, das viele Leser beeindruckte und mit dem "Uwe-Johnson-Preis" ausgezeichnet wurde. Jürgen Becker ist Mitglied des P.E.N., der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt, der Akademie der Künste Berlin und der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Er lebt in Köln und im Bergischen Land.

Auszeichnungen

2001 Uwe-Johnson-Preis
1998 Rheinischer Literaturpreis der Stadt Siegburg.
1995 Heinrich-Böll-Preis
1994 Berliner Literaturpreis
1994 Peter-Huchel-Preis
1988 Writer-in-Residence, Universität Warwick, England
1987 Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen
1981 Kritikerpreis
1980 Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
1968 Literaturpreis der Stadt Köln
1967 Preis der Gruppe 47
1965/1966 Villa-Massimo-Stipendium, Rom
1964 Niedersächsischer Förderungspreis für junge Künstler, Gruppe Literatur

Prosa

Häuser und Häuser. Fünfunddreißig Prosatexte, fünfunddreißig Bilder. Zusammen mit Rango Bohne. Suhrkamp: Frankfurt/M. 2002.
Aus der Geschichte der Trennungen. Roman. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1999.
Der fehlende Rest. Erzählung. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1997.
Frauen mit dem Rücken zum Betrachter. Bilder von Rango Bohne. Stimmen von Jürgen Becker. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1989.
Die Türe zum Meer. Prosa. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1983.
Erzählen bis Ostende. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1981.
Eine Zeit ohne Wörter. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1971.
Umgebungen. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1970.
Ideale Landschaft. Text und Bilderfolge. Zusammen mit K. P. Brehmer. Edition Galerie René Block: Berlin 1968.
Ränder. Prosa. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1968.
Felder. Prosa. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1964. (Neuausgabe mit einem Nachwort von Heinrich Vormweg. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1988.)

Lyrik

Journal der Wiederholungen. Gedichte. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1999.
Korrespondenzen mit Landschaft. Gedichte. Collagen von Rango Bohne. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1996.
Geräumtes Gelände. Schwarzweiß-Fotos von Boris Becker. Verlag der Buchhandlung Walther König: Köln 1995.
Die Gedichte. Suhrkamp TB: Frankfurt/M. 1995.
Foxtrott im Erfurter Stadion. Gedichte. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1993.
Beispielsweise am Wannsee. Ausgewählte Gedichte. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1992.
Das englische Fenster. Gedichte. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1990.
Das Gedicht von der wiedervereinigten Landschaft. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1988.
Odenthals Küste. Gedichte. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1986.
Schnee. Gedichte. Literarisches Colloquium Berlin/ LCB-Editionen 22: Berlin 1971.
Das Ende der Landschaftsmalerei. Gedichte. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1974.
Fenster und Stimmen. Gedichte. Bilder von Rango Bohne. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1982.
Gedichte 1965-1980. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1981.
In der verbleibenden Zeit. Gedichte. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1979.
Erzähl mir nichts vom Krieg. Gedichte. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1977.
Phasen. Texte von Jürgen Becker. Typogramme von Wolf Vostell. Galerie „Der Spiegel“: Köln 1960.

Funk

Hörspiele:
Ahrenshooper Holz. NDR: 2000.
Erker mit schöner Aussicht. DLF: 2000.
Möbel im Regen. WDR: 2000.
Das Gras auf der Wiese. SWF: 2000.
Die Züge hinter den Wäldern. WDR: 1998.
Frauen mit dem Rücken zum Betrachter. SWF/WDR: 1997.
Gegend mit Spuren. WDR: 1996.
Bahnhof am Meer. WDR/SWF: 1995.
Im August ein See. WDR: 1982.
Eigentlich bin ich stumm. WDR: 1982.
Versuchtes Verschwinden. WDR: 1981.
Ein Zimmer wird leer. WDR: 1973.
Menschen in der Nähe. WDR: 1973.
Einzelne Bäume. Im Wind. WDR: 1972.
Türen und Tore. Zusammen mit Reinhard Döhl, Ludwig Harig und Johann M. Kamps. WDR: 1971.
Erzählungen finden in den Geräuschen statt. WDR: 1971.
Die Wirklichkeit der Landkartenzeichen. WDR: 1971.
Bilder. SR: 1969.
Häuser. WDR: 1969.
Hausfreunde. WDR/SWF: 1969.

gedruckt:
Gegend mit Spuren. Akademie der Künste: Berlin 1996.
Die Abwesenden. Drei Hörspiele. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1983.
Häuser. In: Klaus Schöning: Neues Hörspiel. Texte, Partituren. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1969. Auch in: WDR Hörspielbuch. 1969, Band 8. Und als Buchausgabe: Mit einem Nachwort von Jürgen Becker. Reclam: Stuttgart 1972.
Bilder. Häuser. Hausfreunde. Drei Hörspiele. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1969.

Bühne

Die Zeit nach Harrimann. 29 Szenen für Nora, Helen, Jenny und den stummen Diener Moltke. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1971. Uraufführung: Städtische Bühnen Münster, 13. 9. 1973.

Internet

Korrespondenzen an den Rändern des Sprechens. Jürgen Becker antwortet auf einen Brief von Brigitte Oleschinski. September 1994: http://www.txt.de/engeler/beckeroleschinski.html

Sonstige Medien

Sabine Küchler (Hg.): Vom schwierigen Vergnügen der Poesie: Gedichte und Essays [auf der Grundlage der Radiosendung "Die lange Nacht der Lyrik" vom 20.12.1996 im Deutschlandradio]. CD 2: Gespräch über Poetik mit Jürgen Becker, Robert Gernhardt, Joachim Sartorius und Raoul Schrott Straelener-Manuskripte: Straelen 1997.
Häuser. LP. Luchterhand: Neuwied 1973.

Anthologie

Zahlreiche Beiträge (Gedichte und Prosa) in Anthologien und Zeitschriften wie Akzente, Sprache im technischen Zeitalter, Kursbuch, Ensemble, Rowohlt Literaturmagazin, Tintenfisch, Sinn & Form, Jahrbuch der Lyrik.

(Kleine Anthologien-Auswahl)
In: Hans-Rüdiger Schwab (Hg.): Literatur als Heimat : Hans Bender zu Ehren. Braun: Karlsruhe 1994.
Das Dokument aus Cottbus. In: Du. Uwe Johnson: Jahrestage in Mecklenburg. Heft 10. Conzett & Huber: Zürich 1992.
In: Assen Assenov, Klaus-Peter Herbach (Hg.): New York - Die Welt noch einmal. Deutsche Schriftsteller erleben die Stadt. Claassen: Düsseldorf 1982.
In: Aus Wörtern eine Welt. Zu Heinrich Heißenbüttel. Frankfurt/Main und Paris, Qumran 1981.
In: Helmut Heißenbüttel und Bernd Jentzsch (Hg.): Hermannstraße 14. Nr. 2, Frühj. 1979. Klett-Cotta: Stuttgart 1979.
In: Alois Brandstetter (Hg.): Daheim ist daheim. Neue Heimatgeschichten. Residenz: Salzburg 1973.
In: Ingeborg Drewitz (Hg.): Die Literatur und ihre Medien. Positionsbestimmungen. Diederichs: Düsseldorf-Köln 1972.
In : Bernhard Höke (Hg.) : edition et - edition et 2. Mit Beiträgen von Jürgen Becker, Max Bense, E. Gomringer, G. Rühm, W. Vostell, E. Williams, Roy Lichtenstein, Nam June Paik, Diter Rot u.v.a. Mappe. Christian Grützmacher: 1966
Nachwort. In: Konrad Bayer: Der Kopf des Vitus Bering. Ein Porträt in Prosa. Walter: Olten-Freiburg 1965.
Hans Magnus Enzensberger (Einführung): Vorzeichen. Fünf neue deutsche Autoren. (Christian Grote. Hans Günter Michelsen. Gisela Elsner. Ror Wolf. Jürgen Becker). Suhrkamp: Frankfurt/M. 1962.
In: Hans Bender (Hg.): Junge Lyrik 1960. Eine Auslese. Hanser: München 1960.

Herausgeberschaften

Jahrbuch der Lyrik 1987/88. Zus. mit Christoph Buchwald. Luchterhand: Darmstadt, Neuwied 1988.
Happenings. Fluxus Pop Art Nouveau Réalisme. Eine Dokumentation. Zus. mit Wolf Vostell. Einführung von Jürgen Becker. Rowohlt: Reinbek 1965.

Sonstige Veröffentlichungen

Kaleidoskop der Stimmen. Ein Gespräch mit Leo Kreutzer und das Hörspiel „Bahnhof am Meer. Wehrhahn: Hannover 1998.

Über Werk und Autor

Wo ich lebe. Jürgen Becker und das Bergische Land. Ein Film von Werner Filmer und Jens Haman. WDR 21.9.2001.
Andreas Wirthensohn: Annäherungen an einen vorläufigen Zusammenhang. Zum Werk Jürgen Beckers. Königshausen & Neumann: Würzburg 2000.
Martin Oehlen: „Als ich kam, hörte die DDR gerade auf.“ Der westdeutsche Schriftsteller Jürgen Becker im Gespräch über seine Sicht der Einheit. In: Kölner Stadtanzeiger, 13. 10. 1999.
Wolfgang Heidenreich (Hg.): Jürgen Becker. Texte, Dokumente, Materialien. Elster: Baden-Baden, Zürich 1998.
Joachim Sartorius: Leuchtfeuer latenter Spannungen. Laudatio zum Heinrich-Böll-Preis. In: Frankfurter Rundschau, 6.12.1995.
Jürgen Zetzsche: Die Erfindung photographischer Bilder im zeitgenössischen Erzählen. Zum Werk von Uwe Johnson und Jürgen Becker. Winter: Heidelberg 1994.
Frank Olbert: Mit genauem Blick für das Alltägliche. Das Hörspielwerk des Schriftstellers Jürgen Becker in einer Retrospektive des Deutschlandfunks. In: Süddeutsche Zeitung, 12.4.1994.
Walter Hinck: Das Landschaftsgedicht Jürgen Beckers. In: Lothar Fietz (Hg.): Regionalität, Nationalität und Internationalität in der zeitgenössischen Lyrik. Attempto: Tübingen 1992.
Ulrike Greiner-Kemptner: Subjekt und Fragment. Textpraxis in der Post-Moderne. Heinz: Stuttgart 1990, S.101-115.
Heinz Brüggemann: „Das andere Fenster.“ Einblicke in Häuser und Menschen. Literaturgeschichte einer urbanen Wahrnehmungsform. Fischer: Frankfurt/M. 1989.
Rolf Michaelis: Laudatio auf Jürgen Becker bei der Verleihung des Bremer Literaturpreises am 26. Januar 1987 in Bremen. In: Verleihung des Bremer Literaturpreises. Laudationes und Dankesworte. Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung: Bremen 1987.
Peter V. Zima: Vom Nouveau Roman zu Jürgen Beckers Prosa. Eine Studie zur Auflösung von Subjektivität. In: Zeitschrift für deutsche Philologie, 2/1985.
Fritz J. Raddatz: Die Nachgeborenen. Leseerfahrungen mit zeitgenössischer Literatur. Fischer: Frankfurt/M. 1983.
Birgit H. Lermen: Das traditionelle und neue Hörspiel im Deutschunterricht. Schöningh: Paderborn 1983.
Walter Hinck: Germanistik als Gegenwartsliteratur. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1983.
Rolf Michaelis: Aus der Geschichte der Gleichzeitigkeit. Versuch einer Rede auf Jürgen Becker. In: Akzente, 4/1983.
Silvia Volckmann: Zeit der Kirschen? Das Naturbild in der deutschen Gegenwartslyrik: Jürgen Becker, Sarah Kirsch, Wolf Biermann, Hans Magnus Enzensberger. Hain: Königstein/Ts. 1982.
Ernst Ribbat: Subjektivität als Instrument. In: Lothar Jordan u.a. (Hg.): Lyrik - von allen Seiten. S. Fischer: Frankfurt/M. 1981, S.485-501.
Doris Janshen: Opfer und Subjekt des Alltäglichen. Denkstrukturen und Sprachform in den Prosatexten Jürgen Beckers. Köln, Wien, Böhlau 1976.
Hans-Ulrich Müller-Schwefe: Schreib' alles. Zu Jürgen Beckers "Rändern", "Feldern", "Umgebungen" anhand einer Theorie simuliert präsentativer Texte. Diss. Hamburg 1974.
Edigena Schrembs: Experimentelle Prosa der letzten Jahre und ihr Verhältnis zur gesellschaftlichen Wirklichkeit - am Beispiel Thomas Bernhard, Ror Wolf, Jürgen Becker, Gert Friedrich Jonke. In: Der Deutschunterricht, 2/1973.
Hartmut Laufhütte: Über eine Folge von Abschnitten aus Jürgen Beckers „Felder“. In: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache 1/1975.
Leo Kreutzer (Hg.): Über Jürgen Becker. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1972.
Werner Koch: Selbstanzeige. Schriftsteller im Gespräch. Gespräch Jürgen Becker/Reinhard Lettau. S. Fischer: Frankfurt/M. 1971.
Walter Hinck: Die „offene Schreibweise“ Jürgen Beckers. In: Basis. Jahrbuch für deutsche Gegenwartsliteratur, 1/1970.
Klaus Schöning: Gespräch mit Jürgen Becker. In: ders. (Hg.): Neues Hörspiel. Essays, Analysen, Gespräche. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1970.

Lexikonartikel:
Kölner Autoren-Lexikon 1750-2000, Band 2: 1901-2000. Hg. v. Everhardt Kleinertz. Bearbeitet von Enno Stahl. Emons: Köln 2002.
Munzinger Archiv
KLG

Quellenangaben
Eigenrecherche
Aktualisiert am
05.09.2011