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Stan Lafleur

Bürgerl. Name
Stan Lafleur
Jahrgang
1968
Geburtsort
Karlsruhe
Wohnort
Köln
Orte
Köln
Regionen
Rheinland komplett, Rheinschiene
Genres
Prosa

Email
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Web
www.stanlafleur.de

Vita

Geboren am 1968 in Karlsruhe. Studien der Germanistik, Medienwissenschaft, Anglistik, Romanistik, Afrikanistik an den Universitäten Düsseldorf und Köln, ohne akademischen Grad. Diverse Tätigkeiten, zuletzt Online-Journalismus.
Organisator zahlreicher herkömmlicher wie außergewöhnlicher literarischer Veranstaltungen in Düsseldorf (1992–1994) und Köln (1994–2000). Von 1994 bis 1998 war er Herausgeber der Zeitschrift elektropansen für Literatur und Kunst. Außerdem ist er Initiator der Kölner Sprechecke, einem seit 1997 bestehenden Forum für Literatur und Rede im öffentlichen Raum, gekennzeichnet durch einen Denkmalstein im Kölner Stadtgarten, ausgearbeitet und gestiftet von Michael Oster, Bildhauer an der Kölner Dombauhütte. Gemeinsam mit Achim Wagner und Enno Stahl initiierte er die Gründung der Rheinischen Brigade im August 2001, einer neuen rheinisch-föderalistischen Literatengruppierung mit dem Ziel, den Autor in der klassischen Rolle als politisch-gesellschaftlich handelndes Subjekt wiederzubeleben. Stan Lafleur absolvierte diverse Auftritte in Rundfunk und Fernsehen und rund 300 Autorenlesungen im In- und Ausland. Er lebt in Köln.

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Auszeichnungen

u.a.:
DEW21/dO!PEN-Award, Dortmund 2007.
Dulzinea-Förderpreis, Fulda 2006.
Zweiter Preis für deutschsprachige Lyrik bei Féile Filíochta, Dún Laoghaire-Rathdown County Council, Irland 2003.
2002 Literaturpreis NRW, Sparte Lyrik
2001 Rolf-Dieter Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln
1999 Endrundenteilnahme beim Open Mike-Wettbewerb der LiteraturWerkstatt Berlin-Pankow 1999
Sieger verschiedener Poetry Slams

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Prosa

Ein paar Bars. SuKuLTuR: Berlin 2006.
palmalyren. edition roadhouse: Hannover 2002.
goldene momente. parasitenpresse: Köln 2000.
grills sind ok. Genie&Alltag: Köln/Düsseldorf 1999.
zenturie minus eins. 4chen (tenzone) mit Hel. (Zus. m. anderen). Genie&Alltag: Köln/Düsseldorf 1999.
48h-4d-live-roman. (Zus. m. anderen). Krash: Köln 1996.
what to do in paradise. caribbean notices. Genie&Alltag: Köln/Düsseldorf 1996.
kleine blöde schöne scheiß geschichten. Genie&Alltag: Köln/Düsseldorf 1995.

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Lyrik

die welt auf dem fusz. Koall Verlag: Berlin 2006.
als pong noch auf ping. parasitenpresse: Köln 2005.
neue heimat. KRASH Neue Edition: Stahl-Verlag, Köln 2004.
laszt uns alle voll so in die gegend gucken. edition roadhouse: Hannover 2003.
fresse (verse). Genie&Alltag: Köln/Düsseldorf 1998.
poésie blonde. (Zus. m. A. Ibsch). Köln 1997.

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Funk

Robotomie (Hörspiel). Produktion für den Westdeutschen Rundfunk 2006.


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Sonstige Medien

DROM - red. CD. Satori Hype Records: Köln 2004.
DROM - lyrotroniks. CD. Satori Hype Records: Köln 2004.
Drom – red. Kassette. Satori Hype Records: Köln 1999.
burkhard reich hauspansen – schildkroeteneiskrem. Kassette. llc: Karlsruhe 1997.
burkhard reich hauspansen – rohrcrepirer. Kassette. llc: Karlsruhe 1996.
fatagaga/stan lafleur – lyrotroniks. Kassette. satori hype records: Köln 1996.

ich weiß was. Auf: Schlammpeitziger: Freundlichbaracudamelodieliedgut. LP. A-musik: Köln.
schildkroeteneiskrem, killerschnecken & mangel an verstaendnis. Auf llc: mohawk. CD. llc: Karlsruhe.
Weitere zahlreiche Veröffentlichungen in diversen Literaturzeitschriften, auf Tonträgern (CD, LP, MC) und im Internet.

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Anthologie

Veröffentlichungen u.a. in:
Bilden Sie mal einen Satz mit... . S. Fischer: Frankfurt/Main 2007.
Das Kölner Kneipenbuch. Kölner Autoren und ihre Kneipen. Berliner Taschenbuch Verlag: Berlin 2007.
Mutters Hände, Vaters Herz. Familiengedichte aus 2500 Jahren. edition chrismon, Hansisches Druck- und Verlagshaus: Frankfurt/Main 2007.
Versnetze. Das große Buch der neuen deutschen Lyrik. Verlag Ralf Liebe: Weilerswist 2007.
Gänsehautprothesen. Nyland-Stiftung: Köln 2006.
Sugar Baby Love. Lerato Verlag: Oschersleben 2006.
Stadtgeschehen bei Mischwetter. Schöneworth Verlag: Hannover 2006.
Zeit-Zeichen. Podszun Verlag: Brilon 2006.
47 & 11. Echt Kölnisch Lyrik. Landpresse: Weilerswist 2006.
Nordsee ist Wortsee. Wachholtz Verlag: Neumünster 2006.
Lunas kleine Weltrunde (edition Das Gedicht). Leitner: Weßling bei München 2002.
Poetry Slam 2002/2003. Rotbuch: Hamburg 2002.
Städte. Verse. Landpresse: Weilerswist 2002.
Slam! Wir fahrn den Wagen vor.... Océ: Mühlheim/Ruhr 2001.
Blitzlicht. Landpresse: Weilerswist 2001.
Open Mike – Das Buch. Achilla-Presse: Hamburg/Bremen/Friesland 2000.
Kanaksta. Ullstein-Quadriga: Berlin 1999.
Kaltland Beat. Ithaka: Stuttgart 1999.
Social Beat. Slam! Poetry 2. Killroy Media: Asperg 1999.
Was ist Social Beat?. Killroy Media: Asperg 1998.
100 Jahre Krash-Verlag. Krash: Köln 1998.
Social Beat. Slam! Poetry. Killroy Media: Asperg 1997.
Synthetische Welten. Die Blaue Eule: Essen 1996.
German Trash. Druckhaus Galrev: Berlin 1996.

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Herausgeberschaften

Bier & Schläge. Fußball-Gedichte (mit Adrian Kasnitz).parasitenpresse: Köln 2003.
elektropansen no.3 (1998).
elektropansen no.2 (1997).
elektropansen no.1033 (1997).
elektropansen claudia schiffer spécial (1996).
elektropansen no.4 (1996).
elektropansen no.1 (1995).
elektropansen no.0 (1995).
elektropansen lloret de mar (1994).

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Sonstige Veröffentlichungen

Zahlreiche Veröffentlichungen in diversen Literaturzeitschriften.

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Über Werk und Autor

Kölner Autoren-Lexikon 1750-2000, Band 2: 1901-2000. Hrsg. von Everhardt Kleinertz. Bearbeitet von Enno Stahl. Emons: Köln 2002.

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Selbstauskunft

1992 begann ich Texte öffentlich vorzutragen. Es waren ultrakurze Geschichten, nie länger als eine maschinengeschriebene DIN A4-Seite, beeinflußt von der damals in Blüte stehenden Independent-musik, Punk, Garage, Rock`n`Roll, auch ätherischem, von der aufkommenden Video Clip-Kultur. Die Texte hatten meist Experimentalcharakter, surreale, teils dadahafte Wendungen & Formeln, die Inhalte bezog ich aus den alptraumartigen Szenarien hinter der verlogenen Erfolgsfassade der Kohl-Ära.
Literarische Lesungen spiegelten in dieser Zeit den biederen Kulturmief. Mit dieser gepflegten Langeweile wollte ich nichts zu schaffen haben. Mit Gleichgesinnten ging ich in Kneipen & Clubs & veranstaltete Lesungen mit Performance-Charakter, zog Musiker hinzu, diese Art Live-Lesungen brachen formale Grenzen auf, gingen nicht selten über in parties. Ich schrieb vermehrt lyrische Sprechstuecke, Wortakrobatik für die Bühne, zum lesen eher ungeeignet. Großen Beliebtheitsgrad erlangten zwei anti-literarische Darbietungen, zum einen „HIT“, bei dem ich die Fleischpreise aus einer Supermarkt-Reklame rappte, zum anderen ein namenloses Stück, das ich mit einer Damennylonsocke im Mund darüber variierte, wie ich zu eben diesem Zwecke zuvor versuchte, im Supermarkt Damennylonsocken zu erwerben.
Alltagsthemen dominierten, „antiliterarisches“, ein Konzept, das von Enno Stahl als Trash-Literatur bezeichnet wurde & eine Welle auslöste, die während ihres tatsächlichen Abebbens in Großverlagen mit neuen Autoren einen schwachen Abklatsch fand. 1994 veröffentlichte ich meine erste kleine Geschichtensammlung. Viele Autorenkollegen aus der Trash- & social Beat-Szene fühlten sich den amerikanischen Beat- & Underground-Schriftstellern verbunden, während die wenigsten wie ich ihre Wurzeln in erster Linie in den europäischen & hier auch speziell den deutschsprachigen Avantgarden sahen. Mit der ersten Print-Publikation teilte sich mein Schaffen auf zwei Bereiche: Texte für die Bühne & Texte für Printmedien, die sich selten überschnitten. Erste Tonaufnahmen entstanden.
Während eines Ghana-aufenthalts inspirierten mich zwei wohlgefüllte Gläser „Schnapps“, die mir ein Ashanti-König frühmorgens auf nüchternen Magen aufnötigte, in Tateinheit mit dessen vokallastigen Monologen auf wie zu Hahnenschreien & dem einsetzenden Beat der fufu-stampfenden Hausfrauen zu einer sermonhaften Lyriktechnik, die im deutschen die vokalreiche afrikanische Sprache imitiert. Rappen gehörte von nun an zu meinem Vortragsrepertoire.
Die meisten meiner Trash-stories blieben unveröffentlicht. Unterdessen wurden meine Kurzgeschichten länger & ich begann eine Lyrik zu schreiben, die sowohl bühnen- als auch printkompatibel sein sollte. Ich begann mit der klassischen Vierzeiler-Dichtung auf Ab-reimschemata, im Literaturgeschehen ebenso unmöglich, wie seinerzeit die Lesungen in Kneipen & Clubs, die heute als gewöhnlich angesehen werden. Ich wollte eine Volksdichtung wiederaufleben lassen, Namen wie Busch, Morgenstern, Zuckmayer, Mühsam, Tucholsky, Käestner u.a. hielt ich nicht für die schlechteste Gesellschaft. Heute hat jeder zweite Slammer diese humoristisch-deftig-feinsinnige Dichtung auf seine Art im Repertoire. Nebenbei begann ich mit selbst erfundenen lyrischen Formen zu experimentieren.
So entstanden verschiedenartige Gedichte, die sich einer verallgemeinernden Kategorisierung nach Form & Inhalt eher verweigern. Erstes Printzeugnis war der Band „fresse. verse“ 1996. In der folgenden Zeit häuften sich Auftragsarbeiten, doch blieb stets genug Muße, mich der Weiterentwicklung meiner Lyrik & Kurzprosa zu widmen. Es entstanden kürzere Gedichtkomplexe zu Themen der Zeit wie Fußball, Medien, Kampfhunde etc., die speziell den deutschen Blickwinkel in sich trugen, wobei mir meine Reisen & die Entwicklung des Internet ermöglichten, auch fremdländisch beeinflußte Perspektiven zu integrieren.

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Quellenangaben
Autorenauskunft, Eigenrecherche
Sonstige Quellen

Kölner Autoren-Lexikon

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Aktualisiert am
12.12.2007

 

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