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Judith Kuckart

Bürgerl. Name
Judith Kuckart
Jahrgang
1959
Geburtsort
Schwelm/Westfalen
Wohnort
Berlin und Zürich
Orte
Schwelm/Westfalen
Regionen
Westfalen komplett, Südwestfalen
Genres
Prosa, Bühne

Kontaktadresse
DuMont Verlag; Neven DuMont Haus, Amsterdamer Straße 192
50735 Köln
Deutschland

Telefon
 
geschäftlich
0221-224180
Telefax
0221-2241812

Email
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Vita

Judith Kuckart wurde in Schwelm bei Wuppertal geboren und lebt als Schriftstellerin und Regisseurin in Berlin und Zürich.
Das Studium der Literatur- und Theaterwissenschaften in Köln und Berlin schloss Judith Kuckart 1984 mit einer Magisterarbeit über Else Lasker-Schüler ab, die in der Collection S. Fischer veröffentlicht wurde. Während des Studiums schrieb sie Film- und Theaterrezensionen für verschiedene Berliner Zeitungen und "Theater heute". 1984 gründete sie das Tanztheater Skoronel. Ihr erster Roman "Wahl der Waffen" erschien 1990. Es folgten – jeweils im Abstand von vier Jahren – die Romane "Die schöne Frau", "Der Bibliothekar" und "Lenas Liebe", 2003 der Erzählungsband "Die Autorenwitwe", 2006 der Roman "Kaiserstraße", 2008 der Roman "Die Verdächtige". 2013 erschien Judith Kuckarts neuester Roman "Wünsche".

Zum Schreiben kam Judith Kuckart nicht in erster Linie über das Literaturstudium, sondern über Tanz und Theater. Nach dem Unterricht in klassischem Ballett und modernem Tanz in Düsseldorf und Essen und nach prägenden Theaterbesuchen bei Pina Bausch entwickelte sie 1984 zusammen mit vier Ensemblemitgliedern in Berlin ein erstes eigenes Tanzstück, "Kassandra", nach Christa Wolfs Roman. Die junge Compagnie gab sich den Namen Skoronel. 1985 besuchte Judith Kuckart auf Zuraten von Hans Züllig die Folkwangschule Essen, bis Johann Kresnik sie als Assistentin für das Tanzstück "Pier Paolo Pasolini" an sein Choreographisches Theater in Heidelberg engagierte. 1986, mit der zweiten Produktion "Ophelia, kann sein", begann sich das Tanztheater Skoronel bei Publikum und Kritik zu etablieren. Zusammen mit Jörg Aufenanger, Mitautor der Skoronel-Dokumentation "Eine Tanzwut" (1989), leitete Judith Kuckart das Ensemble bis 1998. Oft in Koproduktion mit großen Theatern entstanden insgesamt siebzehn Produktionen, für die Judith Kuckart Stoffe und Choreografien entwickelte und später auch Libretti und Stücke schrieb, die sie selbst inszenierte. Von Anfang an ging es Judith Kuckart in der Arbeit mit Skoronel darum, Körpersprache und poetische Sprache als Einheit erfahrbar zu machen. Grundlage waren zunächst Texte anderer Autoren, seit dem Stück "Charlotte Corday" (1989) fast immer eigene Texte, die zunehmend narrativen Charakter entwickelten und wie in "Last Minute, Fräulein Dagny" (1995) und "Melancholie 1 oder die zwei Schwestern" (1997) komplexe Geschichten erzählten. Seit der Auflösung von Skoronel arbeitet Judith Kuckart als freie Regisseurin. Sie inszenierte u.a. Kleists "Penthesilea" (1999) am Stadttheater Baden-Baden und ihr eigenes Stück "Blaubart wartet" (2002) im Rahmen der Berliner Festspiele.

In Judith Kuckarts Romanen und Erzählungen bleiben Tanz und Theater präsent. Die "Ästhetik des Tanzes im Text" (Monika Maron über "Wahl der Waffen", Der Spiegel, 1990) und "die Genauigkeit in der Beobachtung von Körpersprache" (Rainer-K. Langner über "Die schöne Frau", NDL, 1994) wurden schon in den ersten Büchern bemerkt. Daneben sind es vor allem die Biografien der Romanfiguren, in denen sich die Bühnenerfahrung der Autorin spiegelt. Die Schauspielerin Lena und die Tänzerin Jule in "Lenas Liebe" und "Kaiserstraße" ebenso wie Figuren aus den früheren Romanen verbindet das Wagnis der Bühne. Mehr noch verbindet sie im Leben: die leidenschaftliche Suche nach einer Geschichte – und sei es die deutsche –, die größer ist als die eigene.

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Auszeichnungen

In Auswahl:
2012 Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis
2009 Literaturpreis Ruhr
2009 Sylter Inselschreiberin
2008 Calwer Hermann-Hesse-Stipendium
2006 Werkjahr der Stadt Zürich
2006 Margarete-Schrader-Preis für Literatur der Universität Paderborn
2005 Stiftung Preußische Seehandlung, Arbeitsstipendium
2004 Kranichsteiner Literaturpreis, New York Stipendium
2004 Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr, Budapest-Aufenthaltsstipendium
2004 /2001 Kunststiftung NRW
2004 Deutscher Kritikerpreis
2003 Herrenhaus Edenkoben, Aufenthaltsstipendium
2002 Werkbeitrag Pro Helvetia
2000 Villa Aurora, Los Angeles
2000 Villa Decius, Krakau
1997/1998 Villa Massimo-Stipendium, Rom
1997 Stadtschreiberin Rheinsberg
1993/2003 Stipendium des Deutschen Literaturfonds
1991 Rauriser Literaturpreis

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Prosa

Dass man durch Belgien muss auf dem Weg zu Glück. DuMont: Köln 2015.
Wünsche. Roman. DuMont: Köln 2013.
Die Verdächtige. Roman. DuMont: Köln 2008.
Wer dreimal die gleiche Bar betritt hat ein Zuhause im Stehen. Judith Kuckart (Text) und Shirana Shabazi (Fotografie). JRP | Ringier Kunstverlag: Zürich 2006.
Kaiserstraße. Roman. DuMont: Köln 2006.
Dorfschönheit. Novelle. DuMont: Köln 2003/2006.
Die Autorenwitwe. Erzählungen. DuMont: Köln 2003.
Lenas Liebe. Roman. DuMont: Köln 2002.
Der Bibliothekar. Roman. Gatza/Eichborn: Frankfurt/M. 1998. (TB-Ausgabe Knaur: München 2000)
Die schöne Frau. Roman. S. Fischer: Frankfurt/M. 1994. (TB-Ausgabe Frankfurt/M. 1999)
Wahl der Waffen. Roman. S. Fischer: Frankfurt/M. 1990. (TB-Ausgabe Frankfurt/M. 1992)
Eine Tanzwut. Das Tanztheater Skoronel Libretti: Judith Kuckart. Fotos: Burkhard Peter. Dokumentation. S.Fischer: Frankfurt/M. 1989.
Im Spiegel der Bäche finde ich mein Bild nicht mehr. Gratwanderung einer anderen Ästhetik der Dichterin Else Lasker-Schüler. Essays. S.Fischer: Frankfurt/M.1985.

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Funk

Stimmen Unterwegs oder Wer dreimal die gleiche Bar betritt hat ein Zuhause im Stehen. Hörspiel. SWR: 2008.

Postkarten aus der Zukunft. Thomas Mann empfängt und antwortet aus Pacific Palisades. Feature von Judith Kuckart. SWR: 2007.

DIE TÜR GEHT AUF. Liebe Ost/West. Feature von Judith Kuckart Uwe Kolbe. SWR 2: 2006.

Das vierzigste Jahr. Feature von Judith Kuckart und Susanne Feldmann. SWR 2: 2005.

Aber ach sein Bart war blau. Der Blaubart-Stoff von Charles Perrault bis Max Frisch und darüber hinaus. Feature von Judith Kuckart und Susanne Feldmann. SWR 2: 2004.

Krimisommer mit Kommissar Maigret. Mit: Christian Berkel, Friedhelm Ptok, Christian Brückner u.a. Funkeinrichtung und Regie für neun Kriminalromane von Georges Simenon. FB-ORB/MDR/SWR/steinbach sprechende bücher: 2003.

VEB Sehnsucht. Inge Müller (1925-1966) - Schriftstellerin in der DDR. Feature von Judith Kuckart und Susanne Feldmann. SWR 2: 2002.

Boule et Cie. Simenons Dienstmädchen. SWR 2: 2002.

Sätze mit Datum. Hörspiel. Regie: Hans Gerd Krogmann. SWR: 2000.

Melancholie 1 oder die zwei Schwestern. Hörspiel. Regie: Barbara Plensat. SFB: 1997.

Her mit dem schönen Leben. Über Wladimir Majakowski. Mit: Marianne Hoppe und Martin Wuttke. Rias Berlin: 1995.

Außerdem mehrere Features.

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Bühne

Carmen - Ein deutsches Musical. Libretto. Uraufführung im Rahmen der Bad Hersfelder Festspiele. S. Fischer: Frankfurt/M. 2010.

Blaubart wartet. Ein Stück für sechs Zimmer fünf Frauen und einen Opernsänger. Uraufführung im Rahmen der Berliner Festspiele im Hotel Bogota. S. Fischer Verlag Theater & Medien: Berlin 2002.

Melancholie 1 oder die zwei Schwestern. Theaterstück. Uraufführung: Berliner Ensemble 1996.

Last Minute Fräulein Dagny. Theaterstück. Uraufführung: Freie Kammerspiele Magdeburg 1995.

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Sachbuch

Eine Tanzwut. Das Tanztheater Skoronel (zus. mit Jörg Aufenanger). Collection S. Fischer: Frankfurt/M. 1989.
Im Spiegel der Bäche finde ich mein Bild nicht mehr. Gratwanderung einer anderen Ästhetik der Dichterin Else Lasker-Schüler. Collection S. Fischer: Frankfurt/M. 1985.

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Anthologie

In Auswahl:
Hundetagebuch. In: Geschichten für Kinder. Hrsg. von Rufus Beck. Rowohlt: Berlin 2006.
Was habe ich eigentlich? In: Es schneit in meinem Kopf. Erzählungen über Alzheimer und Demenz. Hrsg. von Klara Obermüller. Nagel & Kimche: Zürich 2006.
XXL Queen Size. In: Zeitzonen. Literatur in Deutschland. Hrsg. von Antje Strubel, Michael Lentz, Thomas Hoeps, Martin Gülich. edition selene: Wien 2004.
85/87/99 – Vierzehn Jahre DDR. In: Kleines Glossar des Verschwindens. Von Autokino bis Zwischengas. Lauter Nachrufe. Hrsg. von Andrea Köhler. C.H. Beck: München 2003.
Hochzeitsmärchen. In: Hochzeitstanz. Hrsg. von Else Buschheuer. Rowohlt: Berlin 2003.
Lieber Lord Chandos. In: Lieber Lord Chandos. Antworten auf einen Brief. Hrsg. von Roland Spar, Hubert Spiegel, Oliver Vogel. S. Fischer: Frankfurt/M. 2002.
Nadine aus Rostock. In: Verwünschungen. Hsg. von Jörg Bong, Oliver Vogel. S. Fischer: Frankfurt/M. 2001.
Das vierzigste Jahr. In: Einsam sind alle Brücken. Autoren schreiben über Ingeborg Bachmann. Hsg. von Reinhard Baumgart, Thomas Tebbe. Piper: München 2001.
Alltagstheater: die Maske verrät mehr als das eigentliche Gesicht. In: Mein Herz - niemandem. Ein Else-Lasker-Schüler-Almanach. Hsg. von Michael Schmid-Ospach, Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft: Wuppertal 1993.
Ich streife heimatlos durch bleiche Zeiten. Über Else Lasker-Schüler. In: Neue Rundschau, Bd. 96 (1985) 1.

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Sonstige Veröffentlichungen

VORTRÄGE, VORLESUNGEN

Probebühne Schreibtisch. Paderborner Universitätsreden 105. Hrsg. von Peter Freese im Auftrag des Rektorats der Universität Paderborn. Paderborn 2007.

Heimat ist da, wo man sagen kann: Die Frau da drüben, die trug als Mädchen mal eine Zahnspange. Paderborner Universitätsreden 103. Hrsg. von Peter Freese im Auftrag des Rektorats der Universität Paderborn. Paderborn 2006.

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Über Werk und Autor

Thomas Hoeps: Vom nicht gelebten Leben und der Suche nach einer anderen Radikalität - der Blick der "Nachgeborenen" auf Terrorismus und Gesellschaft. In: ders.: Arbeit am Widerspruch. "Terrorismus" in deutschen Romanen und Erzählungen (1837-1992). Thelem: Dresden 2001.
Helmut Mörchen: Spurensuche. Anmerkungen zur Verarbeitung von NS-Vergangenheit in zwei deutschen Romanen der neunziger Jahre. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, H.110, 1998.

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Quellenangaben
Autorenauskunft, Eigenrecherche
Bildquelle
Renate von Mangoldt
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Aktualisiert am
24.10.2017

 

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