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Wolfgang Körner

Bürgerl. Name
Wolfgang Körner
Jahrgang
1937
Geburtsort
Breslau
Wohnort
Dortmund
Orte
Dortmund
Regionen
Westfalen komplett, Ruhrgebiet
Genres
Prosa, Kinder-/Jugendbuch, Sachbuch

Kontaktadresse
Hamburger Str. 97
44135 Dortmund
Deutschland

Email
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Web
www.wolfgangkoerner.de

Vita

Geboren am 26. Oktober 1937 in Breslau als Sohn eines Industriekaufmanns. Kindheit und Besuch des Gymnasiums in Zwickau. 1952 Flucht mit den Eltern in die BRD. Wohnsitz in Dortmund. Dort Abbruch des Gymnasiums und Ausbildung als Verwaltungsbeamter. Sachbearbeiter im Sozialamt. Anschließend Geschäftsführer der Volkshochschule. Zuletzt im Kulturamt für Literaturförderung zuständig. Seit 1980 freier Schriftsteller in Dortmund sowie Bad Reichenhall. Mitarbeit bei Film und Fernsehen. Mitbegründer der Internationalen Literaturfabrik. Lesungen auf Einladung der Goethe-Institute in Skandinavien, Belgien, Frankreich und Jugoslawien. Mitglied der Dortmunder Gruppe 61. Letzter Geschäftsführer der Gruppe nach Fritz Hüser. Lebt in Dortmund.

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Auszeichnungen

1989 Autorenstipendium der Stiftung Preußische Seehandlung
1987-1990 Arbeitsstipendium des Landes NRW
1973 Förderpreis zum Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
1969 Förderpreis der Kogge
1967 Förderpreis (Literatur) des Landes NRW für junge Künstler

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Prosa

Aus dem Leben eines empfindsamen Chauvinisten. Schräge Stories. Econ /Marion v. Schröder: Düsseldorf 1996.
Willkommen in der Wirklichkeit. Dreizehn Erzählungen. Edition Pestum: München 1987.
Scharfe Suppen für hungrige Männer. Roman. Goldmann: München 1986. Neuausgabe: E-Book und BoD.
Kandinsky oder Ein langer warmer Sommer. Roman. Goldmann: München 1984 (Neuausgabe unter dem Titel: Ein langer warmer Sommer. Rowohlt: Reinbek 1989).
Büro, Büro. Roman. Goldmann: München 1983 (Neuausgabe: Rowohlt: Reinbek 1989).
Die Zeit mit Michael. Roman. Braun: Köln 1978 (Taschenbuchausgaben: Fischer: Frankfurt/M. 1979, Rowohlt: Reinbek 1988). Neuausgabe und e-book. Aisthesis: Bielefeld 2017.
Eine Spur von Horst Wessel oder Die Überwindung der Angst. Beitrag zur literarischen Konjunktur. Sassafras: Düsseldorf, Krefeld 1975.
Wo ich lebe. Stories und Berichte. Peter Hammer: Wuppertal 1975.
Ein freier Schriftsteller. Marginalien zum Literaturbetrieb Concept Verlag: Düsseldorf 1973.
Die Zeit mit Harry. Erzählungen. Wulff: Dortmund 1970.
Nowack. Roman. Karl Rauch: Düsseldorf 1969 (Taschenbuchausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag: München 1973. Neuausgabe: Lit. Verlag Braun: Köln 1977). Neuausgabe Hrsg. Steffen Stadthaus. Aisthesis: Bielefeld 2017.
Versetzung. Roman. Paulus / Georg Bitter Verlag:Recklinghausen 1966 (Neuausgabe: Lit. Verlag Braun: Köln 1976).

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Kinder-/Jugendbuch

Im Westen zu Hause. Roman einer Jugend. Bitter: Recklinghausen 1978 (Taschenbuchausgabe Otto Maier: Ravensburg 1981).
Und jetzt die Freiheit. Roman einer Jugend. Bitter: Recklinghausen 1977. (Taschenbuchausgabe Otto Maier: Ravensburg 1981).
Ich gehe nach München. Ein Roman. Otto Maier: Ravensburg 1977. (Taschenbuchausgabe Maier: Ravensburg 1981).
Der Weg nach Drüben. Roman einer Jugend. Bitter: Recklinghausen 1976. (Taschenbuchausgabe Otto Maier: Ravensburg 1981).
Der ausgedachte Vater, Kinderbuch. Fackelträger: Hannover 1974. (Taschenbuchausgabe Deutscher Taschenbuch Verlag: München 1976).
Ein Ham-Ham und das i. Kinderbuch. Fackelträger: Hannover 1973.

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Funk

Mörderischer Montag. Hörspiel. WDR: 1997.
Amerika in der Krise. Feature. WDR: 1995.
Schade, dass Beton nicht brennt. Feature. WDR: 1991.
Zwischen Haschisch und Heroin-Tod. Feature. WDR: 1991.
Zum Beispiel diese fünf Frauen. Hörspiel. SWF: 1972.
Zeche. Dusche. Discothek. Feature. WDR: 1972.
Fahrenheit 451 – Büchermenschen im Revier. Feature. WDR: 1970.
Studium zwischen Kunst und Kommerz. Feature. WDR: 1968.
Ich gehe nach München. Funkerzählung. WDR: 1968.
Einiges über den Wiegand. Funkerzählung. WDR: 1968.

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Fernsehen

Kurhotel Sonnenschein. Fernsehserie. 6 Drehbücher. Bavaria Film 1993.
Tisch und Bett. Fernsehserie. 1 Drehbuch. Frankfurter Filmproduktion 1991.
Violet Dreams. Fernsehkrimi. Taunus Film 1991.
Stahlkammer Zürich. Fernsehserie. 4 Drehbücher. Bavaria Film 1990.
Auch das noch. Fernsehserie. 2 Drehbücher. Taunus Film 1988.
Spielergeschichten. Fernsehserie. 2 Drehbücher. Filmpool 1987.
Büro. Büro. Fernsehserie. 26 Drehbücher Bavaria Film 1983 bis 1989.
Der ausgedachte Vater. Drehbuch. SFB: 1974.
Ich gehe nach München. Fernsehfilm. ZDF: 1974.
Volkshochschule in der Veränderung. Fernsehfeature. Buch und Regie. WDR: 1972.
Die Kimmerische Fahrt des Werner Warsinsky. Fernsehfeature. Buch und Regie. WDR: 1971.
Versetzung. Fernsehspiel. HR: 1968.

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Sonstige Medien

Ich bin ein Bewohner der Gegenwart. In Halder/Serrer: Der weite Weg nach Westen. Schöningh: Paderborn 2008.

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Sachbuch

Körners endgültige Entdeckung Amerikas. Econ: Düsseldorf 1995 (Taschenbuchausgabe Piper: München 1998).
Der einzig wahre Erfolgs-Berater. Die geheimen Tricks der Sieger. Rowohlt: Reinbek 1995.
Körners endgültige Geschichte der Deutschen. Von der Völkerwanderung bis heute. Econ: Düsseldorf 1994 (Taschenbuchausgabe Piper: München 1997).
Der einzig wahre Manager-Berater. Die Mikado-Erfolgsstrategie. Rowohlt: Reinbek 1992.
Der einzig wahre Reise-Führer. Das Kompendium für den kultivierten Reisenden. Rowohlt: Reinbek 1991.
Der einzig wahre Kultur-Führer. Das unverzichtbare Handbuch für Gebildete. Rowohlt: Reinbek 1990.
Das Goldene Elternbuch. Kinderliebe für Anfänger und Fortgeschrittene. Zinnober: Hamburg 1989 (veränderte Neuausgabe unter dem Titel: Der einzig wahre Elternratgeber. Kinderliebe für Anfänger. Rowohlt: Reinbek 1993).
Der einzig wahre Eheberater. Verheiratet und trotzdem glücklich. Rowohlt: Reinbek 1989.
Der einzig wahre Patientenberater. Vom Kreißsaal bis zur Intensivstation. Rowohlt: Reinbek 1988.
Der einzig wahre Karriereratgeber. Über Leichen zum Erfolg . Rowohlt: Reinbek 1988. (Neuausgabe unter dem Titel: Körners endgültiger Karriereberater. Mit der Kamikaze-Methode zum Erfolg. Econ: Düsseldorf).
Der einzig wahre Anlageberater. Rockefellers Kopfkissenbuch. Rowohlt: Reinbek 1987 (aktualisierte Neuausgabe unter dem Titel: Körners endgültiger Anlageberater. Düsseldorf: Econ 1996).
Der einzig wahre Schauspielführer. Das klassische Erbe. Rowohlt: Reinbek 1986.
Der einzig wahre Opernführer. Rowohlt: Reinbek 1985. (wesentlich erweiterte Neuausgabe unter dem Titel: Der einzig wahre Opernführer – jetzt mit Operette und Musical – völlig neu inszeniert. Rowohlt: Reinbek 1999).

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Herausgeberschaften

Noch mal von vorn anfangen – Männer erzählen, wie sie ihr Leben veränderten. Fischer/Goverts: Frankfurt/M. 1981 (Taschenbuchausgabe Rowohlt: Reinbek 1984.
Drogenreader. Fischer: Frankfurt/M. 1980 (aktualisierte Neuausgabe unter dem Titel Der neue Drogenreader 1989.)
Meine Frau ist gegangen – Verlassene Männer erzählen. Fischer: Frankfurt/M. 1979 (aktualisierte Neuausgabe unter dem Titel Meine Frau hat mich verlassen. Männer erzählen von Trennung und dem Leben danach. Eichborn: Frankfurt/M. 1987).
Gespenstergeschichten aus Skandinavien. Fischer: Frankfurt/M. 1979.
Kindergeschichten aus Skandinavien. Fischer: Frankfurt/Main 1978.

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Sonstige Veröffentlichungen

Übersetzungen:
Franca Permezza: Prosciutto di Parma. Ein Kriminalroman aus Venedig. Übersetzung aus dem Veneziano von Wolfgang Körner. Europa: Hamburg 2005.
Franca Permezza: Partitura di Praga. Ein Kriminalroman aus Venedig. Übersetzung aus dem Veneziano von Wolfgang Körner. Europa: Hamburg 2006.
Franca Permezza: Prosciutto di Parma. Ein Kriminalroman aus Venedig. Übersetzung aus dem Veneziano von Wolfgang Körner. Rowohlt: 2006.
Franca Permezza: Partitura di Praga. Ein Kriminalroman aus Venedig. Übersetzung aus dem Veneziano von Wolfgang Körner. Rotbuch: 2006.

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Über Werk und Autor

Auswahl:
Wolfgang Körner im Interview mit Steffen Stadthaus. In: Literatur in Westfalen. Beiträge zur Forschung 12. Aisthesis Verlag: Bielefeld 2012.
Ursula Kirchhoff: Wolfgang Körner. In: Informationen zur Sprach- und Literaturdidaktik 31/1981.
Wolfgang Körner. In: Literatur einer Region. Paderborn 1981.
R. Gantenbrink: Die Deutschland-Trilogie von Wolfgang Körner. Didaktisch-methodische Überlegungen zu den drei Jugendromanen Der Weg nach drüben, Und jetzt die Freiheit? und Im Westen zu Hause, in: ebd., S. 222-241.

Lexikonbeiträge (Auswahl):
Westfälisches Autorenlexikon. Bd. 4: 1900 bis 1950. Schöningh: Paderborn 2002.
Munzinger Archiv 2000.
W.K. In: Manfred Brauneck (Hg.): Autorenlexikon deutschsprachiger Literatur des 20. Jahrhunderts. Rowohlt: Reinbek 1996.
Petra Ernst: W.K. In: Neues Handbuch der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. dtv: München 1993.
Inge Meidinger-Geise: W.K. In: Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Verlag edition Text und Kritik: München 1988.

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Selbstauskunft

Aus einem nie gedruckten Interview. William S. Duell im Gespräch mit W.K.
1996 hatte der amerikanische Philologe, just for fun, den Einzig wahren Opernführer ins Englische übersetzt und bemühte sich, einen Verleger in den USA an einer Lizenzausgabe zu interessieren. Während der Arbeit an dieser Übersetzung zeichnete Billy ein Interview auf. Es wurde - wie die amerikanische Ausgabe des Opernführers - bislang nicht veröffentlicht. William Duell ist inzwischen an einem Bissen Hot Dog erstickt, der in seinem Halse steckengeblieben war. Friede seiner Seele.
Duell: Du schreibst Romane, Sachbücher, Jugendbücher, Drehbücher und jetzt auch noch Satire. Wie machst Du das eigentlich?

W.K.: Immer so gut wie möglich!

Duell: Playing the violine! But serious: Eine klare Linie ist in deinen Büchern nicht erkennbar.

W.K.: Das sehe ich völlig anders. Ich habe nichts geschrieben, was nicht mit meinem Leben zu tun hat! Meinen ersten Roman schrieb ich aus Wut über die unwürdige Behandlung von Sozialhilfeempfängern durch deutsche Bürokraten...

Duell: Wieso? Bei euch lebt man on welfare besser als bei uns ein Facharbeiter.

W.K.: Versteh' ich nicht. Ich denke, die amerikanische Verfassung garantiert jedem das Glück.

Duell: Durchaus nicht. Lediglich das Recht, nach Glück zu streben. - Aber zu deinen Büchern... Warum entscheidest du dich nicht für ein Genre und bleibst dabei?

W.K.: Weil ich mich dabei entsetzlich langweilen würde. Jedes Thema verlangte eine andere Form. Versetzung war sozialkritische realistische Fiction. Im Subkultur-Roman Nowack wollte ich aus der Perspektive eines Haschisch rauchenden Fotografen erzählen, und die ist nun einmal von Halluzinationen durchsetzt. Die Geschichte der Flucht unserer Familie aus der DDR habe ich für junge Leser geschrieben. Die erreicht man am besten durch das Jugendbuch.

Duell: Wieso gibt es von Der Weg nach Drüben eine schwedische und eine amerikanische Lizenzausgabe und in Dänemark sogar Sonderausgaben für den Deutschunterricht, während die Trilogie in Deutschland out of print ist?

W.K. : Vermutlich weil die Bücher lange vor der Wiedervereinigung erschienen sind. Bei uns standen die Bücher auf der Auswahlliste für den Deutschen Jugendbuchpreis, und bei euch wurden sie für den Mildred L. Batchelder Award nominiert. Als die Berliner Mauer abgetragen wurde, waren diese Romane längst vergriffen.

Duell: Frustriert dich sowas?

W.K.: Nur noch selten. Als Autor lebst du nun mal unter der Herrschaft der Königin in Alices Wunderland: In meinem Reich muß man sehr schnell rennen, um dort zu bleiben, wo man sich befindet. Oder so ähnlich.

Duell: Bei uns bekommen die Einkäufer der Buchhandelsketten schon Korrekturabzüge zugeschickt. Was sie nicht ordern wollen, wird vielfach nicht mehr gedruckt.

W.K.: In Deutschland haben wir eine gewaltige Überproduktion. Die meisten Verlage wollen durch eine Vergrößerung der Titelzahl ihren Umsatz steigern. Was der Buchhandel in einer Saison nicht verkauft, schaufelt er in die Verlage zurück, bevor die nächste Produktion angeliefert wird. Wenn Bücher überhaupt länger am Markt bleiben, dann meistens in der Taschenbuchausgabe.

Duell: Du hast zwanzig Jahre jeden Monat eine satirische Kolumne für die Fachzeitschrift Buchmarkt geschrieben. Wieso hat dich das Geschäft mit Büchern so interessiert? Mich interessiert das überhaupt nicht.

W.K.: Typisch für Philologen. Aber du kannst es drehen und schieben wie du willst. In einer kapitalistischen Konsumgesellschaft wird letztlich alles nach wirtschaftlichen Kriterien entschieden. Den alten Typ des Verlegers, der einen Autor durchsetzte und seine Arbeit durch alle Höhen und Tiefen begleitete, findest du doch kaum noch.

Duell: Doch! Siegfried Unseld, Michael Krüger und vielleicht noch Klaus Wagenbach...

W.K. :.. Gert Haffmans und Daniel Keel darfst du nicht vergessen. Aber wenn Suhrkamp nicht Bertolt Brecht und Hermann Hesse hätte und der Hanser Verlag nicht seinen Umberto Eco... Ich bin gespannt, wie lange es solche unabhängigen Verlage noch gibt.

Duell: Die Literatur darf nicht aufhören.

W.K.: ...sagt Siegfried Unseld auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Aber wenn du seine Verlagsprogramme genauer ansiehst... Nach Peter Handke hat der Verlag keinen deutschen Autor mehr beim breiten Publikum durchsetzen können. Ich nehme an, dass der gebildete Bürger mit der Informationsgesellschaft aussterben wird.

Duell: Glaube ich nicht. Es wird immer Menschen geben, die Literatur lieben und mit ihr leben.

W.K.: Unbedingt! Aber ich nehme an, es wird eine gänzlich andere Art von Literatur sein.

Duell: Nur noch Unterhaltung?

W.K.: Manchmal denke ich, alle Belletristik ist letztlich Unterhaltung. Allerdings auf höchst unterschiedlichen Niveaus.

Duell: Weshalb hast du nach deinen Romanen plötzlich das Genre gewechselt? Deine Interview-Bände, die bearbeiteten Tonbandprotokolle, deuten auf eine Abkehr von der Belletristik hin.

W.K.: Ich habe die Unterscheidung zwischen ernster und unterhaltender Belletristik immer für ebenso fragwürdig gehalten wie die zwischen Fiction und Non-Fiction. Das Feuilleton und die Buchhändler brauchen solche Schubladen, aber bei der Arbeit hat mich das nie interessiert.
Das Taschenbuch Meine Frau ist gegangen ist das Resultat des Versuchs, meine Erfahrungen beim und nach dem Ende einer Beziehung mit den Erfahrungen anderer Männer zu vergleichen. Der Drogenreader entstand nach dem Tode einer Bekannten, die nach ihrer ersten Heroinspritze tot in der Bahnhofs-Toilette aufgefunden wurde. Noch mal von vorn anfangen schrieb ich, als ich eine Art verfrühter Midlifecrisis durchlebte.
In allen drei Büchern erzählen Menschen von ihrem Leben. Ich habe ihre Berichte lediglich strukturiert, und sie mit eigenen Wahrnehmungen verglichen. Die drei Bücher mußten mehrfach nachgedruckt und später aktualisiert werden.

Duell: Und dann entdecktest du das Fernsehen neu?

W.K.: Absolut nicht! - Das Fernsehen entdeckte mich! Irgend jemand bei der Bavaria Film schien meinen ersten Roman Versetzung gelesen oder den gleichnamigen Fernsehfilm gesehen zu haben. Ich wurde gefragt, ob ich Lust hätte, für eine geplante Comedy Serie zu schreiben. Sie sollte in der Welt des Büros angesiedelt sein, in der ich mehr als zwanzig Jahre meines Lebens verbracht hatte, und dieser Versuchung konnte ich nicht widerstehen. Aus ersten Drehbüchern für die Pilot-Staffel der Serie Büro, Büro wurden schließlich vierundzwanzig Drehbücher. Später schrieb ich den gleichnamigen Roman, dem zwei weitere satirische Romane folgten.

Duell: Und dreizehn Einzig wahre satirische Ratgeber. Ich habe bei der Übersetzung deines Einzig wahren Opernführers Tränen gelacht. Jetzt muß ich nur noch einen amerikanischen Verlag dafür finden.

W.K.: May be the force with you !!

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Sonstige Quellen

Westfälisches Autorenlexikon. Bd. 4: 1900 bis 1950. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2002

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Aktualisiert am
21.11.2017

 

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