Heinemann, Elke

Elke Heinemann

Bürgerl. Name
Elke Heinemann
Jahrgang
1961
Geburtsort
Essen
Wohnort
Berlin
Orte
Essen / Ruhrgebiet / Köln
Regionen
Rheinland komplett, Westfalen komplett, Ruhrgebiet
Genres
Prosa, Funk, Sachbuch, Sonstige, Anthologie
Email
info@elke-heinemann.de
Web
www.elke-heinemann.de
Vita

Geboren am 18. Februar 1961 in Essen. Elke Heinemann studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Geschichte, erhielt Studien- und Forschungsstipendien der Studienstiftung des deutschen Volkes und des DAAD für Aufenthalte in Grenoble und Oxford und promovierte nach dem Abschluss als Magister Artium am Peter-Szondi-Institut der Freien Universität Berlin bei Eberhard Lämmert mit einer Arbeit über den englischen Frühromantiker William Beckford. Sie ist Absolventin der Henri-Nannen-Schule für Journalismus in Hamburg und hat längere Zeit in Paris und London gelebt. Heute lebt sie als Schriftstellerin und Publizistin im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Ihr literarisches Werk umfasst Romane, Kurzprosa, Essays und Hörspiele und Radio-Features. Überdies beteiligt sie sich an intermedialen Projekten und publiziert in namhaften Zeitungen, Zeitschriften und Literaturmagazinen. Von 2015 bis 2016 war sie Kolumnistin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Auszeichnungen

2016 Stipendium der Franz-Edelmaier-Residenz Meran
2015 Deutscher E-Book Award in der Sparte "Fiktion"
2014 Finalistin bei der Floriana Biennale für Literatur (A)
2012 Alfred-Döblin-Stipendium, Akademie der Künste Berlin
2009 Finalistin beim Limburg-Preis für Literatur
2008 Hörspiel des Monats Juni der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste
2006 Finalistin der ARD beim Prix Italia in der Kategorie "Hörfunk-Feature"
2005 Auszeichnung beim Literaturpreis des Freien Deutschen Autorenverbandes
2002 Esslinger Bahnwärter-Stipendium für Literatur
2000 Hauptpreis Floriana Biennale für Literatur (A)
1999 Förderpreis zum Literaturpreis Ruhrgebiet
1994 Stipendium des Berliner Senats im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf

Prosa

Nichts ist, wie es ist. Kriminalrondo. Mit Fotogrammen von Manuela Höfer. Cividale: Berlin 2015 (auch als E-Book).
Kiss Off. Bestseller in Echtzeit. Edition Nautilus: Hamburg 2008 (auch als E-Book 2016).
Der Spielplan. Ein Liebesroman. Edition Nautilus: Hamburg 2006 (auch als E-Book 2016).

Funk

Nichts ist, wie es ist. Kriminalrondo. Hörspiel. Regie: Uta-Maria Heim. SWR: 2016.
Bye Bye Book. Dichtung im digitalen Zeitalter. Feature in sieben Kapiteln. Radio-Feature. Regie: Martin Zylka. WDR/NDR/BR: 2015.
Helmut-Heißenbüttel-Homestory. Radioprojekt mit Ida Heißenbüttel. Radio-Feature. Regie: Martin Zylka. NDR/DLF/WDR: 2013.
Gefährliche Liebschaften II. Remix. Radio-Feature. Regie: Martin Zylka. WDR/BR: 2012.
Liebeskummerkunst. 6 Interventionen. Hörspiel. Regie: Martin Zylka. WDR/DKult: 2011.
Wenn ich eine türkische Autorin wäre ... Erkundungen über Schreiben und Schweigen der Frauen in der Türkei. Radio-Feature. Regie: Martin Zylka. WDR: 2010.
Ernst Ludwig Kirchner - Inside Out. Hörbild nach Leben und Sterben eines Malers. Hörspiel. Regie: Martin Zylka. DKult/WDR/Radio Bremen 2007.
Der Spielplan. Ein Liebesroman zum Hören. Hörspiel. Regie: Martin Zylka. WDR: 2008.
Warten auf ein Echo. Hommage an Meret Oppenheim. Regie: Martin Zylka. WDR: 2005.

Internet

Meta-Fiktion unter dem Titel "Über die allmähliche Verfälschung der Schriften beim Redigieren. Kleists Briefwechsel mit einer Dame". Auf: www.tell-review.de.
Prosa-Miniaturen unter diversen Titeln. In: Levure littéraire numéro 8 + 9. Auf: www.levurelitteraire.com.

Sachbuch

Meret Oppenheim. Eine Portrait-Collage. Edition Nautilus: Hamburg 2006 (E-Book bei CulturBooks: Hamburg 2015).
Babylonische Spiele. William Beckford und das Erwachen der modernen Imagination. Wilhelm-Fink: München 2000 (Open Acess bei der Bayerischen Staatsbibliothek: München 2014).

Anthologie

Kurzprosa und Essays in Literaturzeitschriften und Anthologien in Auswahl:

Du, schreib doch mal einen Roman! In: Zeno. Jahrheft für Literatur und Kritik 36/2016.
Mehr Licht! In: Tausend Tode schreiben. Hrsg. von Christiane Frohmann. Frohmann: Berlin 2015.
Vom Überleben der Scham. In: Zeno. Jahrheft für Literatur und Kritik 35/2015.
Liebesverdachtsgeschichte/Abschied von Prenzlauer Berg. In: Zeno. Jahrheft für Literatur und Kritik 34/2014.
Eine endliche Geschichte. In: Zeno. Jahrheft für Literatur und Kritik 33/2013.
Liebe V! In: Zeno. Jahrheft für Literatur und Kritik 32/2012.
Letztes Abendmahlrezept. In: Mein heimliches Auge XXVI. Das Jahrbuch der Erotik. Hrsg. von Claudia Gehrke. konkursbuch: Tübingen 2011.
Der Brief an den Vater. In: Zeno. Jahrheft für Literatur und Kritik 31/2011.
KIND TÖTEN. In: Zeno. Jahrheft für Literatur und Kritik 30/2010.
Die Dichterin. In: Schreiben. Konkursbuch 44. Hrsg. von Regina Nössler und Claudia Gehrke. konkursbuch: Tübingen 2006.

Glossen, Feuilletons, Essays, Rezensionen, Reportagen, Kulturkritik, Gespräche und Portraits in Zeitungen und Zeitschriften wie Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung, Die Welt, Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten, Freitag, Brigitte Kultur, Galore, das magazin.

Sonstige Veröffentlichungen

Monatliche Kolumne von E-Lektüren über Literatur im digitalen Raum auf www.faz.net (und im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung). April 2015 bis März 2016.

Über Werk und Autor

Julia Buschmann: Von Ruhe, Romanen und dem Rummel im Supermarkt. Die Berliner Schriftstellerin Elke Heinemann zieht als neue "Bahnwärterin" in den Esslinger Merkelpark. In: Stuttgarter Zeitung 17.09.2002.
Margrit Dürr: Zettelwirtschaft. Vom Alltag der Schriftsteller. Ein Feature über Elke Heinemann, Felicitas Hoppe, Jochen Schmidt, Ulrich Woelk u.a. In: Deutschlandradio Kultur 06.03.2001.
https://de.wikipedia.org/wiki/Elke_Heinemann
http://www.literaturport.de/Elke.Heinemann/

Presseurteile

Zu: Nichts ist, wie es ist. Kriminalrondo
Elke Heinemann stellt in ihren sechs "Antikriminalgeschichten" das Genre Krimi als poetisches Spiel aus. Andeutungen und Vermutungen zerren an unserer Vorstellungskraft wie die Fäden an einer Marionette.
Erschienen in: Missy Magazine, November 2015.

Zu: Kiss Off. Bestseller in Echtzeit
Kunst meets Frauenroman: unkonventionell und innovativ, postmodern, irrwitzig und ironisch, konsum- und sozialkritisch, feministisch und frisch – das alles ist "Kiss Off".
Erschienen in: AVIVA Online-Magazin für Frauen, 18.11.2008.

Zu: Der Spielplan. Ein Liebesroman
Heinemann lässt nicht nur die derzeit gängige waschlappige Vornamenliteratur deutscher Jungautorinnen deutlich hinter sich, sondern macht sie gleich mit zum Teil der Satire.
Erschienen in: taz, 25./26.03.2006.

Zu: Meret Oppenheim. Eine Portrait-Collage
Heinemanns Gespräche bilden eine angenehm lesbare, manchmal sehr anekdotisch gehaltene Ergänzung zur Oppenheim-Biographie von Bice Curiger und dem Katalog zur aktuell in Bern gezeigten Retrospektive.
Erschienen in: junge Welt, 10.07.2006.

Zu: Babylonische Spiele. William Beckford und das Erwachen der modernen Imagination
[…] eine glänzende Monografie über eine der ungewöhnlichsten Gestalten der europäischen Kulturgeschichte.
Erschienen in: DIE ZEIT, 05.10.2000.

Selbstauskunft

Du, schreib doch mal einen Roman!  (Auszug)
Du, schreib doch mal einen Roman! Einen klugen, atemberaubenden, überwältigenden, herausragenden, hinreißenden, großartigen, faszinierenden, meisterlichen Roman! Du brauchst dafür eine drastische Geschichte, vielleicht aus dem Leben eines berühmten Menschen oder aus deinem eigenen Leben oder aus dem Leben eines nahen Verwandten, aus dem Leben deiner Mutter, deines Vaters, egal ob tot oder lebendig. Eine krasse story, die so oder ähnlich geschehen ist oder geschehen sein könnte. In Schlesien während des Zweiten Weltkriegs. Auf einer Insel im Hoheitsgebiet der DDR. In einer Berliner Altenwohngemeinschaft. Es geht um Flucht und Fronterlebnisse, Alkoholexzesse und Sex, Alzheimer und Krebs. Und immer ein wenig um die Liebe. Dein Buch soll vor allem jene packen, die sich nicht beruflich mit Hochliteratur befassen, die keine kostenlosen Rezensionsexemplare von deinem Verlag bekommen, die mit ihrer Kaufkraft dein Leben finanzieren können.
Punkte mit einem Stoff, der zu Tränen der Freude und des Schmerzes rührt. Quäle Kritik und Leserschaft nicht mit innovativen Erzählperspektiven und riskanten Schreibweisen. Setze auf einfache Dialoge und bildhafte Beschreibungen, verzichte auf bedeutungsvolle Aussagen und tiefsinnige Belehrungen. Erzähle auf eine Weise, die an einen Spielfilm erinnert, den alle kennen könnten. Allerdings solltest du den Spielfilm, den du aus Recherchegründen ansiehst, nicht nacherzählen; falls du ihn dennoch nacherzählen solltest, dann weise darauf hin, dass dein Protagonist die Erinnerung an das eigene Leben mit der Erinnerung an einen Spielfilm verwechselt. So bleibt die Geschichte die Geschichte eines Menschen, die so oder so ähnlich geschehen ist oder geschehen sein könnte, selbst wenn sie zum Teil auf den Erfindungen eines Spielfilms beruht. Es ist eine authentische Geschichte. Oder eine Geschichte, die wie eine authentische Geschichte wirkt. Das ist wichtig.
Du schreibst keine Trivialliteratur, aber du bist nicht weit davon entfernt. Dein Roman ist allgemeinverständlich und doch umweht ihn ein Hauch von Kunst, so dass die Literaturkritik ihn nicht als Historienschinken oder seichte Schnulze klassifiziert sondern als ein Werk des magischen, romantischen, phantastischen oder drastischen Neorealismus, das sich einfacher auf einer halben Zeitungsseite nacherzählen lässt als aleatorische Lyrik. Nur einen einzigen Rezensenten stört, dass deine Sprache immer wieder ins Klischée umschlägt, du die Frage nach Schuld und Sühne nicht stellst, den von dir gewählten Stil nicht reflektierst. Alle übrigen begeistert, dass du das Geschehen gewissenhaft recherchiert und überragend gestaltet hast. Sinnlich! Empathisch! Erschütternd! ist dein Text nach Ansicht der Berufskritiker, die auf binnenliterarisches Bewertungsvokabular komplett verzichten und im Allzumenschlichen schwelgen.
(c) Elke Heinemann. In: Zeno. Jahrheft für Literatur und Kritik 36/2016.

Quellenangaben
Autorenauskunft
Bildquelle
(c) Heidi Scherm
Aktualisiert am
28.02.2017