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Thomas Bruns - Arbeitsproben

NEKTAR

Der Ort hier, Erde auch genannt,
bringt mich ganz gern um den Verstand.
Ich bin ein Teil der Menschheitshand,
und fühl' mich ihr doch abgewandt.

Mein Blick wechselt sehr oft den Ort,
analysiere immer fort,
des Menschen streben immer zu,
bringt meiner Seele keine Ruh.

Doch dann im stillen Grün allein,
fängt Sonnenschein das Denken ein.
Ganz ruhig spürt die Seele Kraft,
befreit von aller Leidenschaft.

Das Warum, ich werd‘s nicht finden.
Das Sein hat seine Rinden.

Will nur das Harz berühren,
was aus kleinen Rissen rinnt,
will’s wunderbar verspüren,
Was mich einst nach Haus' mitnimmt.

LIEBE

Kennst du die einsam lichte Stille,
wo du nicht zählst und auch dein Wille,
jenseits der Naturen Schranken,
verbunden mit der Rose Ranken?

Hier weißt du ohne jedes Denken,
und willst dich einfach nur verschenken …

GEDANKENLOS

Weisheit kann man nicht vermitteln,
weil sie zu einfach ist, um sie zu begreifen.

GLÜCKSBLASE

Glaubst du, was die Norm erzählt?
Wer hat sie für dich erwählt?
Ist sie das, was du auch bist?
Beizeiten war sie auch Faschist.

Heute geht sie mehr gen Kapital,
Konsumieren, Qual der Wahl,
Haben bis du glücklich bist,
ist das Wohl oder nur List?

Bist du das was du anziehst?
oder was du in der Werbung siehst?
Ist das für dich, was man da macht?
Oder will da jemand Geld und Macht?

Und blendet dich mit bunten Sachen,
die vieles, nur nicht glücklich machen.

TIEFENTANZ

In dir, ganz tief in jedem drin,
steckt etwas von dem wahren Sinn.
Es ist da, was du auch tust,
ob du rennst oder auch ruhst,

kannst dich ihm nicht entziehen,
nicht vor dir selber fliehen,

denn das da tief in jedem drin
ist deine Seele, ist dein Sinn.
Dich mit ihr wieder vereinen,
dein Selbst mit dir, und du wirst weinen.

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