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Ulrike Blatter

Bürgerl. Name
Ulrike Blatter
Jahrgang
1962
Geburtsort
Köln
Wohnort
Gottmadingen
Orte
Köln, Eifel
Regionen
Rheinland komplett, Regio Aachen, Rheinschiene
Genres
Prosa, Lyrik, Thriller/Kriminalroman, Bühne, Herausgeberschaften, Kritiken, Sonstige

Kontaktadresse
Oderstr. 37
78244 Gottmadingen
Deutschland

Telefon
 
geschäftlich
07731-836501
privat
07731-836501

Email
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Web
www.ulrike-blatter.de
www.ulrike-blatter-lesen.de

Vita

Geboren am 29. Mai 1962 in Köln, promovierte in Rechtsmedizin, arbeitete zuletzt als Klinikärztin in der Psychiatrie. Knapp fünfjähriger Aufenthalt in Slowenien. Seit dieser Zeit ehrenamtliches Engagement für Suchtprävention und für kriegstraumatisierte Menschen auf dem Balkan - Themen, die sich auch in ihren Texten wiederfinden. Die Autorin veröffentlichte u. a. Kriminalromane, zahlreiche Kurzgeschichten, zwei Theaterstücke, zwei Kinderbücher und Lyrik. Sie wurde für ihre Texte ausgezeichnet und erhielt mehrere Schreibstipendien. Ulrike Blatter engagiert sich seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit Schulen und Bibliotheken für die Leseförderung bei Kindern. Sie ist Mitglied im "Verband deutscher Schriftsteller", bei den "Mörderischen Schwestern" und im "Syndikat".

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Auszeichnungen

2014 Arbeitsstipendium über den Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg (für das Kinderbuch: Herr Lothar geht baden)
2012 Anerkennungspreis für literarisches Schaffen (Kulturförderkreis Singen-Hegau)
2010 Arbeitsstipendium über den Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg (für: Klappe halten und wegducken (Arbeitstitel))
2006 4. Preis im Lyrik-Wettbewerb "Lob einer Stunde", Verband der katholischen Schriftsteller Österreichs
2005/06 Arbeitsstipendium über den Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg (für: Nur noch das nackte Leben)

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Prosa

Vor dem Erben kommt das Sterben. Köln-Roman. Lindemanns Bibliothek: Karlsruhe 2016. (E-Book: neobooks 2016).
Weihnachtsgeschichten vom Bodensee. Kurzgeschichten. Wartberg: Gudensberg-Gleichen 2016.
Rendezvous mit dem Tod. Unheimliche Kurzgeschichten. KSB-Media: Gerlingen 2015.
Neu-Rosen im Paradiesgärtlein. Ein Stundenbuch zum Gartenjahr. Lyrik und Essays. Selbstverlag: o.O. 2014.
Alles Märchen. E-Book. satzweiss: Saarbrücken 2013.

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Krimi

Die Vogelfrau. KBV: Hillesheim 2013 (überarbeitete Neuauflage).
Mit leichtem Gepäck. E-Book. satzweiss: Saarbrücken 2012 (überarb. Neuauflage. In: Verliebt, verlobt, tot... Buchvolk: Zwickau 2015).
Tage des Zorns. E-Book. satzweiss: Saarbrücken 2012 (überarb. Neuauflage. In: Verliebt, verlobt, tot... Buchvolk: Zwickau 2015).
Nur noch das nackte Leben. Roman. KBV: Hillesheim 2011.
Der Mann, der niemals töten wollte. Roman. KBV: Hillesheim 2010.

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Kinder-/Jugendbuch

Schule, Käfer, Bärentricks. Inkl. Unterrichtsmaterialien. Gem. mit Antje Tresp. KaTiKi: Gärtringen 2009.
Simons nächtliche Reisen. Zürcher Oberland Medien: Wetzikon/Schweiz 1997.

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Bühne

Hauptgewinn. Nach Motiven der gleichnamigen Kurzgeschichte. secolo: Osnabrück 2013.

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Anthologie

Der Mann im Schatten. In: Tannenduft und Totenglocken. Historische Kurzkrimis. Hrsg. Von Anne Griesser. Wellhöfer: Mannheim 2016.
Die Seuche. In: Horrortrips. Band 1. Hrsg. von Wolfgang Hiller. KSB-Media: Gerlingen 2015.
In: Mondäne Morde. Zwischen Monza und Monaco. Hrsg. von Monika Butler und Sabine Reins. Secolo: Osnabrück 2012.
In: Mörderische Geschichten Band 5. E-Book-Anthologie. Von Mörderischen Schwestern. Satzweiss: Saarbrücken 2011.
In: Tödliche Häppchen. Eine kulinarische Krimi-Sammlung aus Nordbaden. Hrsg. von Simone Erhard und Bettina von Cossel. Regionalkultur: Ubstadt-Weiher 2011.
In: Stoffmuster. Förderband 10. Hrsg. von Förderkreis dt. Schriftsteller in Baden-Württemberg. BOD: 2011.
In: Im Schatten. Texte treten ans Licht. Signatur: Tettnang 2011.
In: Tatort Eifel 2. Hrsg. von Jaques Berndorff. KBV: Hillesheim 2009.
In: Stimme werden, Gesicht zeigen. Ausgewählte Erzählungen. Hrsg. von Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen. free pen: Bonn 2009.
In: Wahrnehmung. Förderband 6. Hrsg. von Förderkreis dt. Schriftsteller in Baden-Württemberg. BOD 2007.
In: Tödlichs Blechle. Hrsg. von Lisa Kuppler. Ariadne: Hamburg 2006.
In: Grenzfälle. Hrsg. von SOKO Criminale. Gmeiner: Messkirch 2005.

Lyrik (Auswahl):
Pan. Gedicht. In: Jahrbuch der Erotik XXV 'mein heimliches Auge. 2010.
Drei Tage. In: Christ in der Gegenwart. Zeitschrift. Herder: Freiburg Brsg. 2010.
Die Haut zu Markte tragen. Meine Wünsche. und Tun und Lassen. In: Jokers-Lyrik-Datenbank 2009 - 2011.
In: Lyrikzeitschrift "dulzinea". 2006.
Jesus als Migrant. In: Lyrik-Anthologie des Bonner Institutes für Migrationsforschung. 2005.
die Bäume. In: BRIGITTE-Kalender. 2005.

Seit 2007 regelmäßige Veröffentlichung lyrischer Texte im Franziskus Kalender der Schweizer Kapuziner, Olten und mehrfach lyrische Texte im Geschenk-Kalender der edition trévès, Trier.
Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes, Band VI, VII, X und XIII und Brentano-Gesellschaft "Frankfurter Bibliothek des zeitgenössischen Gedichtes", Ausgabe 2005.

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Herausgeberschaften

Verliebt, verlobt, tot ... 13 Liebeskrimis mit Essays. Buchvolk: Zwickau 2015.
Diagnose Mord. Packende Kriminalgeschichten von der dunklen Seite der Medizin. Anthologie. Gem. mit Nessa Altura. Buchvolk: Zwickau 2014.

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Sonstige Veröffentlichungen

Bücherblog: Druckfrisch!  https://ulrikeblatter.wordpress.com/

Diverse Fachartikel, Reportagen und Essays in verschiedenen Magazinen wie z.B. Zeitschrift "Schweizer Kapuziner" oder "Der literarische Zaunkönig".

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Selbstauskunft

Selbstauskunft mit Textproben:

Immer wieder werde ich gefragt, ob meine Geschichten etwas mit meinem Leben zu tun haben.
Um diese Frage zu beantworten, muss ich einen kleinen Ausflug ins Rheinland unternehmen.
Falls Sie jemals das Glück haben sollten, in Köln Straßenbahn zu fahren, dann sperren Sie Augen und Ohren auf und bewegen Sie Ihre Mundwinkel leicht nach oben – mehr ist nicht notwendig.
Wenn Sie wenig später im Stadtzentrum aussteigen, sind Sie nämlich mit großer Wahrscheinlichkeit um einige Geschichten reicher geworden. Ganze Biographien, generationenübergreifende Dramen oder Alltagskomik sind das völlig normale Repertoire, welches Ihnen die Durchschnittskölner vollkommen gratis anbieten werden. Vielleicht haben Sie sogar ihre ursprünglich eingeplante Haltestelle vergessen und finden sich in der Stadtperipherie an einem unbekannten Ort wieder?
Sie vermuten zu Recht, dass ich lange Jahre im Rheinland Straßenbahn gefahren bin. Das Geschichtenerzählen liegt mir sozusagen im Blut. Nach Beginn des Medizinstudiums habe ich allerdings nur noch "für die Schublade" produziert. Das nächste größere Prosastück war, wie ich ehrlicherweise gestehen muss, meine Doktorarbeit – und die ließ bereits Schlimmes ahnen: ich promovierte in der Rechtsmedizin.

"Gerichtsmedizin – dieser Begriff ist etwas für Laien oder für die Sensationspresse. Wir sind ein seriöser Zweig der Medizin, auch wenn wir häufig als Schmuddelkinder gelten. Wir stehen immer und ausschließlich auf der Seite des Rechts". (aus: VOGELFRAU)

Inzwischen war ich mehrmals umgezogen. Nachdem ich einen waschechten Schwarzwälder kennen- und liebengelernt hatte, verschlug es mich zuerst nach Baden-Württemberg und später in die Schweiz. Ihm zuliebe paukte ich Dialekt wie eine Fremdsprache. Mein Vorstellungsgespräch im Sozialpsychiatrischen Dienst in Zürich führte ich teilweise in Züridütsch um unter Beweis zu stellen, dass ich auch nachts um zwei in der Lage war drogenbetörte Notfallpatienten in ihrer ureigenen Sprache anzusprechen.

Die Frau seufzt. "Du bisch Schwizer?" (...) "Hört man das?" Er hebt den Kopf. Auf sein Schriftdeutsch hat er sich immer viel zugute gehalten. "Na, hör mal." Es ist nicht die Schwarze. Aber jung ist sie auch nicht mehr. Sie raucht. (...)
Eigentlich weiß er nicht wohin er geraten ist.
Er weiß es genau.
Schmerzhaft genau. (...)
"So groß ist der Unterschied doch nicht." Diesmal beginnt der Mann. "Ennet der Grenze oder hier." Immer noch spricht er sein bemüht klingendes Schriftdeutsch. Er findet es klingt ganz natürlich. "Das ist doch kein großer Unterschied." Die Frau tippt Asche in den Aschenbecher. Nun lächelt sie. Das Lächeln steht ihr nicht. (Aus: GRENZGÄNGER, Anthologie Grenzfälle)

Der Wechsel blieb auch in den nächsten Jahren eine wichtige Konstante in meinem Leben.
Ich war mittlerweile stolze Mutter einer kleinen Tochter. Und das brachte mich auf ganz neue Ideen: gemeinsam mit einer Kindergruppe entstand das Buch "Simons nächtliche Reisen, dessen zauberhafte Bilder weitgehend von zwei- bis zehnjährigen Künstlern gestaltet wurden.

Bald schon erwartete ich mein zweites Kind, hatte meine psychotherapeutische Weiterbildung weitgehend abgeschlossen und - war wieder einmal umgezogen. Diesmal nach Slowenien (immer noch im Gefolge meines inzwischen globalisierten Schwarzwälders).

Der Kosovokrieg war die nächste wichtige Zäsur in meinem Leben. Er fand quasi vor unserer Haustür statt und ich fand eine neue Aufgabe im ehrenamtlichen Engagement für suchtgefährdete Jugendliche in Bosnien und traumatisierte Frauen in Kosovo. Meine beruflichen Kompetenzen konnte ich hier voll einsetzen. Schriftstellerisch gesehen entstanden in dieser Zeit vor allem Fachartikel und ... Lyrik. Das folgende Gedicht wurde in der Schweizerischen Kapuziner-ZeitschriftiTe veröffentlicht:

zerschlagene welt

aus den trümmern
zimmern
wir uns eine andere
sicht – weise
ist sie nicht

Zurück in Deutschland baute ich mir eine berufliche Existenz als Dozentin in der Erwachsenenbildung auf. Ich bin aktiv in der Leseförderung für Vorschul- und Schulkinder in unserer Gemeinde und versuche auf vielfältige Weise meine Liebe zum geschriebenen Wort in den Alltag einzubeziehen.

Durch die Unterstützung der Singener Schreibwerkstatt gewann ich zunehmend Selbstvertrauen meine Texte auch einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen. Inzwischen habe ich auch bei diversen Verlagen verlässliche Partner für meine Veröffentlichungen gefunden. 2010 gab ich den Arztberuf endgültig auf und widme mich seitdem dem schönsten Beruf, den es (für mich) gibt.

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Quellenangaben
Autorenauskunft
Bildquelle
(c) privat
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Aktualisiert am
17.01.2017

 

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